Erzvorkommen um Altena
(c) Oliver Glasmacher, Update am 04.12.2005
Oberhalb von Dahle befinden sich am “Grubenweg” die Reste des Bergbaues der Grube Dahle.
Alter Bergbau wird hier am Giebel schon um 1574 erwaehnt. Der Herzog erlaubt seinem Amtsrat zu Altena und seinen Mitgewerken dem Bergbau nach Eisenstein nachzugehen, unter Beruecksichtigung des Zehnten (d.h. 1/10 des Erloeses) “in einem Berge genannt am Daeler Ossenberge, nahe der Gevell”.
1688 schreibt Jakob am Ende von einem Eysensteinbergwerk auf dem Gevel Ambt Newenrade Das Erz sei auf der Huette zu Evingsen verarbeitet worden. Peter Bergefeld und Erben sowie Leopol von Neuhoff und der Rentmeister Mascharell hatten vor 50 Jahren ( ca. 1638) dort Erz abgebaut.
1675 wird der Rentmeister Mascharell zu Hörde und Mitgewerken mit dem Bergwerk belehnt.
1681 arbeitet der Domdechant von Brabeck an dem Bergwerk nach erfolgter Belehnung.
Fuer die Wocklumer Huette bzw. Luisenhuette in Balve ist die Grube Dahle um 1775 von großem Wert. Der Besitzer der Luisenhuette, Clemens August von Landsberg hat die Grube Dahle deshalb neben der Grube Helle und anderen Bergwerken mehrheitlich erworben. Obwohl das Eisenerz aus der Grube Helle in Hemer (Auf dem Gebiet des heutigen Felsenmeeres) nur 2 Stunden Transport bedeutete und damit geringere Kosten, brauchte die Huette das Erz aus der Grube Dahle (ca.3,5 StundenTransport) um das Erz aus den anderen Gruben (leichter) zu schmelzen. Die Lagerung des Erzes bei der Grube Dahle, hier wurde ein Erzgang abgebaut, war so guenstig, dass die Gewerken in den Jahre 1776-1780 beschlossen ein Tiefen Stollen anzulegen. Durch diesen Tiefen Stollen sollten die Grundwasserprobleme in der Grube Dahle geloest werden. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde das Wasser mit Handpumpen gehoben. Der Erbstollen erreichte 1780 eine Laenge von 200 Lachtern und war mit 2 Luftschaechten versehen.So wurden auch die Luftverhaeltnisse in der Grube verbessert. Der Kostenaufwandbetrug 1500 Reichstaler. Ende des 18.JH taucht dann auch zum ersten Mal der Name Sybilla für dieses Bergwerk auf.
Leider sollten sich die Kosten nicht amortisieren: Die gefoerderte Eisenerzmenge entsprach nicht den Erwartungen. Der Stollen war sogar nicht tief genug angelegt worden. Wegen dieses Erbstollens wurde im Jahre 1781 einen Grundriss der Grube erstellt.
1781 wurde mit dem Bau eines neuen, noch tieferen Erbstollen begonnen. Bei 80 Lachter Laenge entzog dieser jedoch auch der Gemeinde Dahle das Grundwasser und die Brunnen lagen somit trocken. Andere Loesungsmoeglichkeiten fuer die Grube Sybilla gab es keine mehr, so dass die Grube 1797 an die Gemeinde Dahle verschenkt wurde!. Fuer den entstandenen Schaden erhielt die Gemeinde Dahle eine Entschaedigung in Hoehe von 650 Reichsthalern. Das Trinkwasser der Gemeinde Dahle wurde nun aus den Grubenbauten der ehem. Grube Dahle gewonnen. Die Gemeinde Dahle versucht dann selbst Erze zu verkaufen, fand jedoch keinen Abnehmer und der Abbau wurde eingestellt.
Am 19.3.1853 wurde das Vorkommen neu gemuthtet. Bei der Bergamtlichen Begehung wurde ein 60 cm maechtiges Eisensteinlager aufgefahren und zwar von einem 11 m tiefen Schacht aus.
Die alte Zeche Sybilla gehörte ja nun der Gemeinde Dahle und es wird ein neues Vorkommen in einem Schacht gemuthtet. Es handelt es sich nun um eine neue Grube, Die Grube Dahle . Der Fundpunkt ist nördlich des ursprünglichen Vorkommens zu lokalisieren. Größerer Bergbau ist nicht umgegangen, die Schürfe sind im Wald versteckt - 1 m tiefe Kuhlen und Abraum. Um 1900 hatte die UNION AG in Dortmund-Hoerde die Abbaurechte, spaeter die Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Huetten AG in Bochum. 1926 kamen die Rechte an die Ver. Stahlwerke AG. Heute gehört das Grubenfeld der Sachtleben in Meggen.
Am 26.07.03 fand in Dahle der Versuch statt mittels eines Rennfeuer- sowie eines Hochofens, aus Dahler Eisenstein Erz zu gewinnen.
Östlich der Grube Dahle lag die Grube Pandora . Im 19.JH wird das Grubenfeld auf Zinkerze gemuthet jedoch vom Bergamt abgelehnt. Eine weitere Muthung auf Eisenerz hat dann 1857 Erfolg. In einem Schacht wurde eine eisenhaltige Lettenschicht offengelegt.
Folgt man der Karte von Fritz Bertram so findet man in der Nähe eine kleine Pinge, oberhalb am Weg jedoch 2 Pingen die durch eine grosse Halde nicht zu übersehen sind:
Ebenfalls in der Nachbarschaft der Grube Dahle befand sich das Grubenfeld Themis.
Nach Bertram befindet sich im Hegenscheider Siepen ein Stollen der zur 1873 verliehenen Grube Altena I gehört. (BERTRAM berichtet von einem 130 m langen Stollen der zum Luftschutzbunker ausgebaut werden sollte).
Der Stollen war leicht aufzufinden. Er ist etwas verbrochen aber das Loch ist noch erkennbar. Im Abraum vor dem Mundloch finden sich im Bergmaterial kleine Quarze und Holzkohlestücke. Der Stollen muss verbrochen sein, da das Grundwasser über den einige Meter über dem Stollen am Berg Schacht abfließt.
Großer Bergbau scheint jedoch hier nicht umgegangen zu sein.
Weiter oben in diesem Tal befinden sich weitere Relikte. In mehreren Etagen befinden übereinander 4 Hangeinbrüche, die Stollen darstellen könnten. Die Flurbezeichnung: “Am toten Mann” - Eine Abwandlung des Bergbau-Begriffes “Alter Mann”?. (Alter Mann ist der bereits abgebaute Bereich eines Bergwerkes)
An der Bergspitze über diesen Stollen sind Halden und große Erdkuhlen (Pingen). Hier liegt auch der Fundpunkt der Grube Altena I, im alten Eisensteinberg.
In der Nachbarschaft dieses „Alten Mannes“ sind Verhüttungsspuren im Gelände auszumachen. Hier finden sich noch sehr schöne Schlackestücke.
Das Anschließende Flurstueck, benachbart dem “toten mann” heißt “Gehegde”.
Breite Hohlwege ziehen sich auf dem Bergkamm entlang dem “Gehegde” bis nach Mühlendorf wo noch große Gruben und Brüche im Gelände zu erkennen sind. Im Schutt am Wegesrand (Weg war frisch abgehobelt). fanden wir bei der Ortsbegehung den Kopf einer Medizinflasche, wie Sie früher wohl auch für Lampenöl verwendet wurde.
In den Quellen finden wir folgenden Beleg für diese alten Bergbau: Am 16.12.1395 bekundete Graf Dietrich von Altena, dass er „um Prophits und Nutzschaft willen“ dem Hermann Krumpholt auf die nächsten sechs Jahre seine Hütte und Hüttenstätte auf der Nette und seinen Steinberg (Eisensteinberg) auf dem Geechten (Gehegde) auf die gleiche Zeit verpachtet habe, damit er und seine Erben diesen Berg nutzen und gebrauchen mögen zu graben für eine Mark jährlich oder um das zehnte Fuder. (SEIBERTZ)
Manfred SÖNECKEN hat anhand von Kugeltöpfen das Alter des Hüttenumfeld des Bergwerkes belegen können: 11.-13.JH.
In der Mengescheid bei Dahle befinden sich weitere alte Gruben.
Der Bergmeister Kutschauer erwaehnt die Grube Wiedersehn 1663 in seinem Bericht. Das Bergwerk lag jedoch still. 1858 wurde das Vorkommen neu verliehen. In dem alten Stollen wurde dem Bergamt in einer Lettenkluft Bleierz und Kupfererz offengelegt. Verliehen wurde Kupfererz. Der Stollen ist im vorderen Teil gemauert, jedoch ist der Haspelschacht ueber dem Stollen bereits eingestuerzt, weshalb das Grubengelaende nichtbetreten werden sollte !
Weiter oben im Tal finden wir einen weiteren Stollen einer unbekannten Grube sowie den Stollen der Grube Siegeskrone. Es wurde ein Gang mit Lette, Malachit und Kupferkies aufgeschlossen. Die Verleihung erfolgte 1856 auf Kupfer. Die Gewerkschaft bestand aus 26 Gewerken,die sich jedoch 1890 in die Haare bekamen und die Grube wurde zwangsversteigert. Heinr. Carl Hansmann aus Homberg kaufte saemtliche Rechte
In dem neuen Buch von Binyzk/Stein/Haller ist sehr schön beschrieben, wie die Rösche des Stollens unterhalb der Grube Wiedersehn in den Bach mündet.
Im Tal des Wermicker Siepens finden wir die alten Stollen der Grube Vollbracht . In dieser Grube wurde 1857 ein Vorkommen aus Quarz, Grauwacke und Kupferkies aufgeschlossen und verliehen. Inhaber war Huettendirektor Leopold Berger Dortmund, dem auch die Gruben Liebe, Treue, Wiedersehn, Morgenstern gehoerten.
Auch an der Grube Vollbracht fuehrt ein alter Hohlweg vorbei, der leider fortschreitend mit Grauwackenbruchsteinen verfuellt wird. Es sollte verhindert werden, das die Verfuellung fortschreitet, damit dieses Denkmal erhalten bleibt. Mittlerweile wird dagegen ermittelt…
Grube Ziegenberg 1873 verliehen auf Schwefelkies an die Gewerkschaft Ziegenberg.
rube Zellerfeld, Schwefelkies. 1862 gemuthet, vom Bergamt nicht anerkannt. 1864 neu gemuthet. Betrieb ging bis 1901 um. Pingen finden sich angeblich unterhalb des Hofes “Ruckeljahn”. Große Halden und eingebrochene Stollen finden sich jedoch in einem Seitental des Biesenbergbaches (überhaupt nicht da wo BERTRAM angibt).
Noch erwähnenswert ist die Grube Kronos II , die sich in der Muthungsuebersichtskarte des Oberbergamtes wiederfindet. Der Schacht befand sich auf dem Grundstueck eines Bauern in Nettenscheid. Hierzu hat Lionel Kestel interessante Forschungen angestellt.
Am Villenberg wird 1771 erstmals Bergbau erwähnt. “eine eysengrube nebst Gebäude” ist in einer alten Karte von 1771 verzeichnet.
Binzyk/Haller/Stein „Dahle Alter Bergbau & Erdgeschichte“ kann über mich bezogen werden.