Bergbau in Silbach
Historisches zum Bergbau in Silbach:
Bereits 1314 ist die Abgabe in Form von Radschienen und Hufeisen aus dem Gebiet als Abgabe an das Stift Meschede aufgezeichnet worden (Rüter)
Solch eine Produktion erfordert regelmäßige Eisengewinnung.
Seit 1544 hat der Landbergmeister Braun in Silbach ein Silberbergwerk betrieben.
1545 teile Graf Bernhard von Nassau dem Erzbischof zu Köln mit, er habe bei Sedelinghausen ein neues Bergwerk anfangen lassen. Gleichzeitig verbietet er dem Erzbischof dort den Bergbau. So kam es zum Streit. Der Abbau gerät ins Stocken. Der kurkölnische Bergmeister besetzt die Schmelze.
1549 heisst es in einem Brief den Johanns Hillebrand von Gaugreben, dass alle Leute die in Silbach wohnen und die nicht am Bergwerk mitarbeiten, vertrieben werden sollen!
1558 ist eine Bittschrift aktenkundig. Sie ist an den Kurfürsten gerichtet und betrifft die Bergwerke in Siedlinghausen, Assinghausen, Olpe und Ramsbeck.
1559 erscheint eine Verordnung des Kurfürsten Johann Gebhard von Mansfeld , dass „der allmächtige und barmherzige Gott aus seinen gütigen und milden gaben gute höffliche bergwerk beschert und erscheinen lässt“. Die Grube auf dem Silberg, die 12 Apostel genannt, habe schon aus einem Zentner Erz 80 Mark Silber ergegeben.
Silbach wird zur Bergfreiheit erklärt. Dann wird es ruhig und der Bergbau kommt zum Erliegen. Erst wieder um 1573-1577 finden sich Akten. 3 Niederländischen Gewerken hatten zwischenzeitlich die Bergwerke vom Kurfürsten gepachtet. Gefördert wird Blei- und Silbererz. Sie stritten mit dem Verwalter um 1425 Taler Schulden. Im Verlauf von 13 Quartalen waren 1200 Taler Ausgaben entstanden. Der Erlös vermochte die Ausgaben nicht zu decken. Der Schichtmeister hatte das Geld vorgeschossen. Genannt werden die Bergwerke 12 Apostel und Reicher Trost. Alsbald wechseln die Bergwerke den Besitzer. Nun betreiben Gillis di Greffen und Martin Rodeck die Gruben. Danach tritt wieder eine längere Pause ein. Unter dem Kurfürst Ernst von Bayern, wird der Bergbau in Silbach wieder gefördert. Er versucht die Bergleute an den Ort zu binden und bietet Ihnen Land an. Die Bergleute sollen darauf hingesagt haben, „sie könnten doch leichter einen Scheffel Korn durch Bergbau gewinnen als einen Scheffel Korn zur Mühle tragen“.
1599 Werden wieder Anstrengungen unternommen um das Bergwerk wieder in Betrieb zu nehmen. Für 390 Taler im 2.Quartal werden jedoch nur 177 Zentner Blei gefördert – kein Silber.
Im Dreißigjährigen Krieg kommt auch hier der Bergbau spätestens zum Erliegen.
1668 Bericht des Caspar Engelhardt:
„Das Bergwerk zu Sylbergh, der Silberbergh genannt, solches ist von Kaufherrn von Aachen gebaut, wie auch ein Stollen hineingetrieben, so noch offen; die Schacht aber seind zugefüllt und seind über 15 Lachter nicht dief , und sein in solchen Gruben die Anbrüche 4,5 und 6 Schuh mächtig, und ist bey meiner Zeit Kupfer und Eisenerz davon verschmolzen worden“
1694/96 Beschreibung der Herzogtümer Engern und Westfalen von Caspar Christian Voigt: „In Silbach wird gegraben Bleierz mit Silber gemischt, doch kommen Erz und Blei häufiger vor“….“ . Dann wird ein neues Bergwerk genannt: „Auf dem Berg Himmelskron bei Silbach wird gegraben Blei gemischt mit Erz“.
Am Himmelskron wird am 3.2.1866 das Bleierzbergwerk Himmelskrone verliehen. Der Grubenverwalter Post ist Besitzer. Das Eigentum geht auf die Stolberg AG über.
Hillebrand ist eine Brauneisenstein-Grube bei Silbach die auf dem ersten Gang 15 Groschen und auf dem 2.Gang 10 Groschen zu zahlen hat.
Das steht in einem unbekanntes Verzeichnis der Bergwerke, Hütten, Hämmer und Mühlen das Reininghaus und Köhne veröffentlicht haben. Alter lässt sich auf 1817/19 schätzen.
9.10.1847 war eine Grube Glückstern verliehen. Sie gehört den gleichen Gewerken wie denen der Grube Hillebrand die am 30.7.1848 verliehen wird. Kuxe am Feld Glückstern werden gehandelt. Die Kuxe vom Hillebrand nicht, sie bleiben bis 1922 bei den Muthern.
1865 wurde der Betrieb auf der Grube Hillebrand wieder aufgenommen. Die beiden aufgeschlossene Brauneisensteingänge wurden überfahren, die mit 60° einfielen. Da sie 5-6 m Mächtig waren wurden bis 1869 4000 to Eisenerze abgebaut. Dann wird der Betrieb eingestellt.
1881 erwirbt Graf von Fürstenberg-Herdringen die Anteile am Glücksterngang.
Ab 1906 geht noch mal bis 1909 Bergbau auf Eisenerze um. Es werden ebenfalls etwa 4000 to Eisenerze gefördert. Eine Analyse ergab einen Eisengehalt von 38 % bei 5-4 % Mangan. Blei und geringe Mengen Silber sollen mitgewonnen sein. Die beiden Gänge, Hillebrandgang und Glücksterngang wurden noch mit einem Schacht und einer 30-m-Tiefbausohle untersucht, waren aber nicht mehr bauwürdig anzutreffen.
1922 wird das Grubenfeld von der Schieferbau AG Nuttlar erworben, diese unternehmen 1923 den letzte Versuch. Der Tiefbau wurde gesümpft jedoch fanden nur Aufschlussarbeiten statt.
Eisenstein und Bleierzgrube Silberkranz am Silberberg 5.9.1850 verliehen. Sie gehört Theodor Ulrich und dem Freiherrrn von der Beecke, Hemer. Ab 1853 übernimmt die Stolberg AG alle Anteile.
Eisenerzgrube Teutonia am Knäppchen 26.7.1859 an Rentier Peter Cruse. Bereits 1864 wegen Nichtzahlung der Rezessgelder erloschen.
Eisenerzgrube Antonie am Silberberg, verliehen 5.4.1860 an den vorgenannten. Hier anscheinend die Rezessgelder bezahlt. 1922 durch Schieferbau AG Nuttlar übernommen.
Eisenerzgrube Dannamore bzw. Thomas am Iberg 12.7.1861 sonst wie vor
Dachschiefer Carl am Hillkopf 23.2.1866 sonst wie vor.
Krösus oder Croesus war ein Dachschiefervorkommen am Hillekopf am 27.2.1860 verliehen
Achilles ebenfalls Dachschiefer am Silberberg 27.2.1860
Emilie bzw. Anton, Dachschiefer 10.5.1860
Auch das Grubenfeld 12Apostel und Erweiterungsfeld ist 1857 noch genannt. 12Apostel war 15.2.1850 als Blei- und Silberzgrube neu verliehen worden.
Gewerken sind die nahmhaften Kropf – Olsberg, Bergenthal – Warstein, Castendyck – Olsberg. 1922 erwirbt die Gewerkschaft Ruhr-Lippe aus Hamm die Kuxe.
Die Schlackenhalden wurden im 2.WK abgefahren, da sie noch einen hohen Eisengehalt aufwiesen.
Die Grubenfelder Apollo II und Neuhoffnung runden den Felderbesitz nach Osten ab. Sie waren 1857 auch schon verliehen.
Weitere Grubenfelder:
Am Roth bei Elkeringhausen gibt es einen alten Stollen. Östlich davon sind 100 m weit Pingenzüge zu verfolgen. Hier wurden Quarzgänge gefunden in denen stellenweise Roteisenstein vorkommt.
Die Gelsenkirchener Bergwerks-AG besitzt laut einer Liste von ca .1920 am Röbbicken bei Siedlinghausen das Grubenfeld Christine. Laut Erläuterungen geolog. Karte, waren die Brauneisenmittel die sich über den Eggenberg nach Niedersfeld zogen nicht bauwürdig.
Alte Dachschieferstollen gab es in den Grubenfeldern: Romulus bei Siedlinghausen, Carl am Hillkopf, Im Fuchshohl, Crolsus im Negertal, 4 Stollen im Silbacher Bruch, Schneider bei Rimberg, Scaevola bei Siedlinghausen.