Von: "Chris Riederer"
Datum: 11.09.2008, 19:08
AKTUELL
Denkmaltag - Archäologie im Schleipetal zwischen Meinerzhagen und
Kierspe
Seit 1993 wird der Tag des Denkmals am 2. Septembersonntag bundesweit
begangen. In diesem Jahr steht er unter dem Motto: „Vergangenheit
aufgedeckt - Archäologie und Bauforschung“ Deshalb bieten die
Werkstatt Geschichte aus Kierspe, die Geschichtswerkstatt aus
Meinerzhagen und die Kiersper SGV-Abteilung eine gemeinsame
Veranstaltung in Form einer montanarchäologischen Wanderung durch das
Schleipetal an.
Das Schleipetal ist dicht gefüllt mit Zeugnissen aus einer über
tausendjährigen Geschichte. Diese sind heute weitgehend überwachsen, vom
Waldboden bedeckt und von den Menschen vergessen, die im Laufe der Zeit
den Bezug zu den jahrhundertealten Traditionen ihrer Vorfahren verloren
haben. Niemand mehr verbindet Meinerzhagen oder Kierspe mit Eisenbergbau
und Verhüttung. Nur noch wenigen Fachleuten ist klar, dass bis ins 19.
Jahrhundert hinein bedeutende Mengen von Eisen und Stahl im Sauerland
produziert und verarbeitet wurden. Damals hatte man noch keine großen
Fabriken. Die im Sauerland bedeutende Antriebskraft war das Wasser. Der
berühmte preußische “Krieges-, Steuer- und Bergrath und
Fabrikenkommissarius“ Eversmann schrieb 1804 in seiner „Uebersicht der
Eisen- und Stahlerzeugung auf Wasserwerken in den Ländern zwischen Lahn
und Lippe”:
“Das ganze Süderland ist von einer Menge größerer und kleinerer
Gebirgs-Bäche gewässert, unter denen die Vollme und die Ennepe die
bedeutendsten sind, die selbst wieder von allen Seiten her durch
Zuflüsse verstärkt werden. In diesen Thälern liegen die
Wasserwerkstätten der Fabriken so häufig und so über einander
gereiht, dass in verschiedenen Gegenden, ungeachtet des starken Falles
der Gewässer, dennoch kaum ein ungenutztes Gefälle mehr vorhanden ist,
und über einige Zoll Wasserhöhe zuweilen bedeutende Prozesse entstehen.
Dieser Werth, den ein Wassergefälle hier hat, hat die Menschen gelehrt,
den höchst möglichen Nutzen daraus zu machen, und ich darf kühn
behaupten, dass in keiner Gegend die Oekonomie in Anwendung des Wassers
auf Räder einen höhern Grad von Vollkommenheit erreicht hat.”
Da der diesjährige “Tag des offenen Denkmals” am 14. September unter
dem Motto “Archäologie und Bauforschung” steht, haben sich die
Meinerzhagener Geschichtswerkstatt und die Kiersper Werkstatt Geschichte
in Zusammenarbeit mit dem SGV das Ziel gesetzt, am Beispiel des
Schleipetales zu zeigen, wie Recht Eversmann mit seinen Bemerkungen
hatte, dass die Menschen den höchsten Nutzen aus den vorhandenen
Wassergefällen gezogen haben. Das Schleipetal bietet sich deswegen an,
weil es im oberen Teil zu Meinerzhagen und im unteren zu Kierspe gehört,
insbesondere aber, weil das unterste benutzte Wassergefälle der
Schleiper Hammer war, der heute als Industriemuseum betrieben wird.
Unter der Führung von Hans Ludwig Knau und Chris Riederer wird zu Fuß
eine Zeitreise in eine über tausendjährige Vergangenheit unternommen:
Sie begeben sich in die Zeit des Mittelalters, als in kleinen
Rennfeuerherden das Erz zu Eisen geschmolzen wurde. Sie erleben auch das
13.bis 16. Jahrhundert, als in größeren Schmelzöfen, die mit
mechanischen, durch Wasserkraft getriebenen Gebläsen versehen waren, das
Eisen gewonnen wurde und auch die Zeit nach dem 30jährigen Krieg, in der
in den Schmitten das Roheisen zu Osemund veredelt wurde. Am jeweiligen
Standort wird dabei der Tätigkeit der Menschen nachgegangen, die von
ihren Höfen ins Tal stiegen, um ihrer schweren Arbeit nachzugehen.
Interessierte treffen sich am Sonntag, dem 14. September, um 12.30 Uhr
am Montigny-Platz in Kierspe. Von dort besteht die Möglichkeit, mit dem
Bürgerbus zu fahren oder Fahrgemeischaften nach Immelscheid zu
organisieren. Auf Immelscheid bestehen nur eingeschränkt
Parkmöglichkeiten. Die Wanderung beginnt um 13 Uhr und wird ca. 2
Stunden dauern. Wer mitwandern will, muss feste Schuhe tragen, weil
Teile des Weges auch querfeldein zurückgelegt werden müssen. Am Zielort
der Wanderung, dem Schleiper Hammer, besteht die Gelegenheit zu Kaffee
und Kuchen. Von dort wird auch die Rückfahrt der Autofahrer nach
Immelscheid zu den Autos organisiert.
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Bergbauweg durch den Tagebau der Grube Mina
10.05.2008 / Lokalausgabe Marsberg. (ad) Der Marsberger Heimatbund arbeitet an einem Leitkonzept zur touristischen Erschließung der Denkmäler des Montanwesens in und um Marsberg. An Aktualität gewinnt dieses Vorhaben jetzt durch das Leader-Projekt “Sauerländisch-Hessische Bergbauroute”. Die Verantwortlichen hoffen, dass sich damit ein langgehegter Wunsch erfüllt, ausgehend vom Besucherbergwerk Kilianstollen, einen Geologie- und Bergbauweg durch den offenen Tagebau der Grube Mina nach Obermarsberg anzulegen. Der erste Streckenabschnitt sollte bis zur Grundschule Obermarsberg führen, in der demnächst das Heimatmuseum der Stadt Marsberg eingerichtet wird. Es wird nicht nur eine wichtige Größe in der erfolgreichen touristischen Erschließung und Vermittlung von Geologie, Archäologie und Geschichte im Marsberger Stadtgebiet bilden, sondern ihm obliegt auch die inhaltliche Darstellung wesentlicher Bestandteile sowie die sachgerechte Aufbewahrung und Präsentation des umfangreichen geologischen und archäologischen Materials. Maßgeblich verantwortlich sind der Montan-Archäologe Martin Straßburger und Dipl.-Geologe Daniel Hennig. Unisono erklärten sie in einem ersten Arbeitsgespräch: “Mit seiner Geschichte, den zahlreichen Bergbaudenkmälern und wichtigen geologischen Aufschlüssen nimmt das Stadtgebiet von Marsberg eine bedeutende Rolle ein.” Verständnis fördern Wissenschaftliche Forschung dient dazu, Wissen und Verständnis zu fördern und so Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen, da eine langfristige Steuerung nur mit solider Datenbasis möglich ist. Die Experten formulierten u.a. folgende Ziele: Schutz, Konservierung und Erhöhung der historischen Authentizität, Integrität und des historischen Charakters für gegenwärtige und zukünftige Generationen; Vermittlung der Einzigartigkeit der Marsberger Geologie und des Bergbaus sowie seiner Identität; Interpretation und Präsentation der Geologie, der Geschichte und der Bedeutung des Bergbaus auf höchster Qualität. Damit das gelingt, haben weitere Fachleute ihre Unterstützung zugesagt: Prof. Dr. Thomas R. Rüde, RWTH Aachen (hydrogeologische Untersuchungen), Dr. Rainer Werthmann, Kassel (chemische Untersuchungen zum Laugeverfahren), Dr. Oesterreich vom Geologischen Dienst in Krefeld und der Markscheider Michael Straßburger. Wie Heimatbund-Vorsitzender Alfred Tack erklärt, soll in Kürze ein Gespräch mit Interessierten und Verantwortlichen stattfinden, um die Details für das Stadtgebiet Marsberg mit Blick auf die im Rahmen des Leader-Projektes angestrebte Bergbauroute zu erörtern. Dazu gehöre natürlich auch das Grobkonzept des Geologie- und Bergbauweges vom Kilianstollen bis zum Heimatmuseum in Obermarsberg.
Quelle: westfalenpost.de
Bald schon Besucher im Bergwerk? Quelle: Westfalenpost erschienen am 06.03.2008
Wenn die Planungen der Interessengemeinschaft Bergbau in Hagen in die Tat umgesetzt werden, könnten schon bald durch den Kupfer-Stollen in der Ortsmitte die ersten interessierten Besucher spazieren. Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins im Gasthof Schulte-Mesum wurde eben diese Idee ins Auge gefasst.
Mathias Klimpel, Vorsitzender der IG Bergbau, sah bereits die Besichtigungsgruppen in dem über 400 Jahre alten Stollen: “100 bis 120 Meter Weg unter der Erde mit nachgestellten Szenarien sollen den mittelalterlichen Bergbau anschaulich machen.” Dass es sich bisher aber nur um Gedankenspielerei handele, stellte die IG jedoch auch klar. Positiv stimmende Gespräche mit dem Grundstückseigentümer, auf dessen Gelände an der Hagener Straße sich die ehemalige Kupfererz-Abbaustätte befindet, seien geführt worden. “Jetzt steht noch ein Treffen mit dem zuständigen Bergamt aus. Da brauchen wir ja auch eine Genehmigung”, so Mathias Klimpel weiter zu den Detailplanungen.
Sollten aber alle Formalitäten und Hürden geschafft sein, so würde eine attraktive Erweiterung zum bereits bestehenden Bergbaumuseum entstehen.
Der Stollen, zurzeit streckenweise nur knapp einen Meter breit und 1,60 Meter hoch, würde aber vorab noch ausgebaut werden müssen. “Früher waren da maximal 4 Bergleute beschäftigt”, erklärte Klimpel. Die zeitweilig einzige Kupfer-Abbaustätte im kurkölnischen Raum müsste größeren Besuchergruppen angepasst werden. Schlägel und Eisen wurden nämlich zuletzt 1904 dort geschwungen, die letzten Besucher waren zur 700-Jahr-Feier 1996 im Stollen. Bis die nächsten kommen, prognostizierte Klimpel, könne es aber vielleicht nur noch 1oder 2 Jahre dauern. Mathias Klimpel, Vorsitzender der IG Bergbau in Hagen, erklärt seinen Vorstandskollegen am Stollenplan die neuen Ideen. Schon bald könnte der Arbeitsplatz der alten Bergmänner wieder besichtigt werden.
Link: IG Bergbau, Sundern-Hagen
Quelle: Westfalenpost erschienen am 06.03.2008
Berg-, Hütten- und Hammerwerke im Herzogtum Westfalen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit
das neue Buch vom Arbeitskreis “Bergbau im Sauerland”
verfasst von Reinhard Koehne und Wilfried Reininghaus
hier zu beziehen:
Berg-, Hütten- und Hammerwerke im Herzogtum Westfalen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit
| Besucherbergwerk im alten Stollen ? |
| 30.08.2007 / LOKALAUSGABE / SUNDERN |
| Endorf. (stef) Waldesruh in Boenkhausen. Seit fast sieben Wochen ist der Stollen, den der Heimatverein Endorf in ehrenamtlicher Arbeit freigelegt hat und seit 2004 betreut, geschlossen. Als zustaendige Bauordnungsbehoerde hat die Stadt Sundern den Zugang und den Eingang zum Stollen verplombt. Wie wird jetzt in dieser Sache weiter verfahren? “Der einzige Weg, den Stollen wieder zu oeffnen, ist, dass man daraus einen Besucherstollen macht”, erklaert Peter Hogrebe von der Bergverwaltung in Recklinghausen der Bezirksregierung Arnsberg. “Nur so kann das Ganze kann legalisiert werden.” Mitte Juli hatte ein anonymer Anrufer bei der Stadt angezeigt, dass Besucher durch den Stollen gefuehrt worden waeren. Was nicht haette sein duerfen. Dieser Sachverhalt wurde vermittelt, ob die Aussage richtig oder falsch war, stand ausser Frage. Schnelles Handeln schien Juergen Loerwald im zustaendigen Bauordnungsamt geboten, so dass er den Stollen versiegeln und verplomben liess. “Um den bestehenden Gefahrenzustand zu sichern, haben wir alles abgesperrt”, so Loerwald. “Es war eine Erstmassnahme, um Gefahren zu unterbinden.” Mit einem Zaun ist der Bereich zum Stollenmund nun weitraeumig abgesperrt. Auch den Weg bis zum Eingang mit dem schweren Eisengitter koenne man nicht freigeben, erklaert Loerwald. “Das kann man aus dem Grunde nicht, da man dort Abgrabungen vorgenommen hat. Dazu braucht man eine Baugenehmigung. Und man weiss nicht, wie sich das Gestein drumherum verhaelt. Da ist moeglicherweise ein Bodengutachten erforderlich.” Gerade bei starkem Regen koennte es Ausschwemmungen geben. “Ich moechte da nicht stehen, wenn das Gestein herunterkommt.” Darueber hatte man offentsichtlich noch nicht nachgedacht, seitdem am Ostermontag 2004 die Eroeffnung des Bergbauwanderwegs vor dem Boenkhauser Stollen in offizieller Runde gefeiert wurde. Doch es bleibt dabei: “Eine rechtlich saubere Loesung zur Begehung dieses Stollens geht nur ueber das Umwidmen des Stollens in ein Besucherbergwerk”, so Peter Hogrebe, der sich in dieser Sache allerdings zurueckhaltend gibt. “Die Zustaendigkeit unseres Hauses ist nur gegeben, wenn Gefahr in Verzug ist. So lange das Ding verschlossen ist, sind wir aber nicht zustaendig.” Um die Erstellung des dazu erforderlichen Betriebsplans kuemmert sich nun der Heimatverein Endorf. Der Vorstand um Klaus Bruder, Rechtsanwalt Guido Loehrer und Bergbau-Freund Hans Kleiner treibt die Sache voran. So schnell wie m�glich m�chten sie den Zugang fuer Besucher wieder freimachen. “Auch wir wollen auf der sicheren Seite sein”, sagt der Heimatverein-Vorsitzende Klaus Bruder. Fuer die Genehmigung des Betriebsplans ist dann wieder die direkte Bergaufsicht in Recklinghausen zustaendig. Peter Hogrebe betont: “Das ist der einzig vernuenftige Weg fuer alle Beteiligten.”. quelle: Westfalenpost.de |