Update 28.12.04
Aelteste Erwaehnungen:
In Endorf ist bereits um 1348 Bergbau aktenkundig. In diesem Jahr wird ein Ysenwerk, ein Eisenwerk, ein früher Name für Erzbergwerk, erwaehnt.
Quelle: Einnahmeverzeichnis der Graftschaft Arnsberg 1348
Im Schatzungsregister von 1543 wird ein „Jacob under dem Steinbergh“ fuer die Bauerschaft Endorff erwaehnt. Steinberg ist ein späterer Name für den Berg in dem der Eisenstein (das Eisenerz) gebrochen wird.
1622 werden in den „Schoenholthauser Akten” einige Bergwerke genannt, das Original liegt leider nicht vor.
Naechste Urkundliche Erwaehnung alten Bergbaues in Sundern ist der Bericht von Caspar Engelhardt 1668: „Das Bergwerk zu Entorff ist vor ungefaehr dreien Jahren von dem Junker zu Lenhausen et Consorten wieder zu bauen angefangen worden, weil aber durch Herr Landdroste Kriegsoffizieren die Bergleute zum Kriegsdienst gezwungen, ist dasselbe wieder in Stillstand gerathen “. Dabei kann es sich um jedes größere Bergwerk in Endorf gehandelt haben.
Der Bleierzbergbau
Um ca. 1430 werden am Erbenstein Bleierze entdeckt. (BARTELS)
1450/1453 Streiten die Grundherren, die Brueder zu Neheim mit dem Schulten zu Endorf um den Bleizehnt. Es werden 5 Gerichtsprozesse auf dem Erbenstein anberaumt zu dem zahlreiche Zeugen gehoert werden. Die Ortsleitung geht davon aus, dass es sich um “Hovesland” handelt, wofuer keine Abgaben an die Grundherren in Neheim zu leisten sind, gleichwohl hat der Kurfuerst seinen Anspruch auf den 10.Anteil am Foerdererz. Und so wird auch entschieden, dass es sich bei dem Erbenstein nicht um “Markenland” handelt und die Bergwerke keine Abgaben nach Neheim abfuehren muessen. Damit geben sich die Herren von Neheim nicht zufrieden und es bricht eine Fehde zwischen jenen und dem Kurfuersten aus, die noch bis 1490 andauert.
Bis 1530 wird intensiver Bergbau betrieben. Es wird erst im Tagebau dann mit kleinen Schaechte im Ausgehenden des Erzlagers abgebaut. Um 1530 waren auf diese Weise die Erze ausgebeutet, denn die Bergleute kaempften mit dem Grundwasser.
Daher schlossen sich 16 begueterte Buerger der Region zusammen, um einen Erbstollen aufzufahren und das Wasser in der Grube zu loesen.
Sie beantragen beim Landesherrn die Belehnung.
Die Verleihung sagt u.a. “dass das Bergwerk, genannt der Erbenstein …ganz vergencklich geworden sei, es kvnne ohne Akedrucht und Erfstollen daraus nichts mehr gewonnen werden.” und “erffstollen funtgrouven und gerechtigkeit to demselben berge um die blyertze und anders sunder behindernisse des waiters dar nith winden mvge.” Ebenfalls wird auf den Bleizehnt verzichtet - sollte der Bau des Stollens laenger dauern, begnuegt sich der Fiskus mit dem 20.Teil bis der Stollen das Lager erreicht.

1533 erlaesst die kurkoelnischen Regierung (1368 war die Grafschaft Arnsberg an das Erzbistum Koeln verkauft worden) in Person durch Erzbischof Hermann von Wied 1533 die erste Bergordnung und erklaert fuer die Bergwerke am Erbenstein die Bergfreiheit. Das Verleihungsrecht sah nun groessere Felder vor. In der Bergordnung wird direkt Bezug auf die Bergwerke am Erbenstein genommen.
1549 war das Bergwerk an den Koelner Buerger Arnold von Kempen fuer 400 Goldgulden jaehrlich (anstelle des Zehnten) verpachtet. In diesem Jahr wurde die Pachtsumme auf 100 Goldgulden verringert, weil der Ertrag durch Wasserprobleme gesunken war. Ab ca. 1560 wird aber wieder Bleierz gefoerdert. 1562 ist das Bergwerk in Besitz von Graf Ludwig von Stolberg-Koenigstein. Es wird mit 2000 Zentner Erz gerechnet, dass an die Huetten des Grafen Hans Georg von Mansfeld geliefert wird.(In den Mansfelder Saigerhuetten wird mit Hilfe des Bleies aus dem Kupfer das Silber getrennt). 1581 und 1596 wuetete die Pest in Endorf. Daher geht der Bergbau ab 1580 zurueck.
1598 war der Kurfuerst zu Besuch. Der Drost von Balve schreibt: “Habe mit unserem gnaedigsten Herrn den Silberstollen zu Ennerepe aufgesucht. Am Abend ist er dann von Wocklum mit den Bergraeten wieder auf Arnsberg geritten.” In diesem Jahr konnten nur noch 300 Zentner Bleierz nach Mansfeld geliefert werden. Dann kommt der Abbau zum erliegen, denn Anfang des 17.JH werden wieder Abbauversuche unternommen.
1612 werden gefoerderte Bleierze dokumentiert “verzeichnis wass an bley und stuferz ufm erbenstein …. gewunen” und der St.Sebastian Stollen wird zum ersten Mal namentlich erwaehnt. Die Abbauversuche scheitern, das Bergwerk wechselt in den kommenden Jahren haeufig den Besitzer:
1609 Bergwerksverwalter Hans Joachim, ab ca. 1620 ist es im Besitz von Morgenstern der sich bis 1634 daran versucht. 1620 beklagen sich die Bergleute beim Bergmeister darueber, dass der Morgenstern ihn Ihren Arbeitslohn schuldig ist. Im Dreissigjaehrigen Krieg kommt die Grube wieder zum erliegen. 1648 plant der neue Besitzer Johann Schulte die Grube wieder in Betrieb zu nehmen. Unter den 5 Gewerken sind die Mitgewerken der Kurfuerst zu Bayern und der 1585 vom Kurfuersten ernannte Landbergwerksverwalter Hans Joachim.
1654 befiehlt der Kurfuerst die “Revision und Wiederinbetriebnahme. Der Steiger hat 1655 einen Abriss des Bergwerkes angefertigt. Daraus koennen wir folgendes lesen:
Der Erbenstein wird 1655 durch einen obersten Stollen und den “Sebastian Stollen” sowie 5 Schaechte (Haengeschacht, Laffertsschacht, Richtschacht, oberer Laffertsschacht und einen Bergeschacht) aufgeschlossen.
Es wird ein neuer Tiefer Stollen, tiefer als der St.Sebastian Stollen (der Wildekatzer Stollen)vorgetrieben. Dieser ist bereits 68 Lachter vorgetrieben und soll noch 100 Lachter weiter bis zum Erzgang vor sich haben. (das laesst sich aus dem Zeitraum und der Zeichnung schließen)

1656 ueberzeugt sich der Kurfuerst persoenlich, ueber den Fortschritt der Arbeiten. 1659 ordnet er an, dass die Schmelzoefen verdoppelt werden, denn da der Wildekatzerstollen das Erz noch nicht erreicht hat wird in 4 Schaechten bereits in Gesenken unter der Stollensohle des St.-Sebastian-Stollens abgebaut. Dafuer soll nach der Publikation von „Friedrich/Kleffner/Kleiner/Rockelsberg“ eine Wasserkunst im Form einer Radstube im Berg angelegt worden sein. Das Wasser soll über den St.Sebastian-Stollen das Aufschlagwasser zugeleitet und soll durch den Junkerstollen wieder abgeführt worden sein. Da das Wasser in den kleinen Tälern natürlich nicht ausreicht sind in den Tälern oberhalb des Erbensteines Wasserteiche angelegt worden die zum Teil auch miteinander verbunden wurden und so für die Trockenzeiten Aufschlagwasser „bunkern“ konnten.
Um 1665 wird der Abbau mittels Schwarzpulver erprobt
1694 wird von Caspar Christian Voigt erzaehlt: “….wird gegraben Blei gemischt mit Erz ebenso auch in Endorf…”.
Mitte des 18.JH muss der Betrieb wieder aufgegeben worden sein. Johannes Franz Becker schreibt um ca. 1760: “ein blejbergwerck zu bvnckhausen.. einen erbstollen aufgemacht und aussaeubern lassen, biss 100 Lachter in die Ldnge…woselbst Blej und Silber ertz befindlich, wass am diesen orth an erz gewonnen, liegt bishirhin noch im stollen .”
Theorie: Der Durchschlag war jedoch noch nicht erfolgt, da nur 100 Lachter Laenge angegeben werden. Vom Steiger wissen wir das 168 Lachter veranschlagt waren. Es sind beim Vortrieb des Wildekatzer Stollens neue Vorkommen entdeckt worden die hier abgebaut werden. So wird in der Recessgelderliste von 1794 nur das Bergwerk Wilde Katz - Stockumer Mark angegeben.
Aber die benachbarten Felder am Duethenberg duerfen mehr Abgaben zahlen, also sind sie in dieser Zeit wohl einträglicher.
Dann sind erst wieder im 19.JH sind aktenkundige Abbauversuche unternommen worden. In den 20er Jahren werden neue Schmelzoefen und Aufbereitungen errichtet. Es wird ein noch tieferer Stollen aufgefahren (unter dem Wildekatzer), der sog. “Neuer Stollen“. Den meisten als “Churfuerst-Ernst-Stollen” bekannt. Das Bergwerk ist an die Gewerkschaft Churfuerst Ernst verliehen.

Um 1824 werden zahlreiche Eisenwaren für die Grube bestellt. Anscheinend wird das Bergwerk ausgebaut. Der Neue Stollen ist 124 Lachter lang. 1833 wird das Bergwerk mit 22 Mann betrieben.
Im Wildekatzerstollen führen Aufschlussarbeiten zu keinem nachhaltigen Ergebnis. Gegenüber soll der tiefe Blasiusstollen wieder aufgewältigt werden.
1844 wird im liegenden des Hauptganges eine mächtige Erzführung beobachtet. Das führt zu weiteren Investitionen in den Grubenbetrieb. Eine Grubenbahn wird angelegt und eine Bleihütte, dafür gibt es 5 Jahre Zehntfreiheit.
1847 wird der Bönkhauser Hammer aufgekauft. Er wird zur Aufbereitung umgebaut.
Aufschlussarbeiten führen nur immer wieder zum Alten Mann. So wird die Förderung zum Dühtenberg und Krähenberg verlagert.
Im Erbenstein wird ein Maschinenschacht für die Wasserhaltung abgeteuft. Darin werden 2 Saug-Pumpen-Sätze installiert. An dem vor dem Stollenmundloch verlaufenden Bach wird ein Wasserrad aufgestellt. Nach einer neuen Quelle soll das Wasserrad 6-8 m Durchmesser gehabt haben, der Grosse Teich erzeugt ein entsprechendes Gefaelle, welches ein 620 m lange Stangenkunst antreibt, wodurch die Kraft auf die Saug-Pumpen im Schacht uebertragen wird.
1855 werden die Felder Krähenberg und Ottilie verliehen.
Am Maschinenschacht / Gesenk arbeiten 8-9 Mann
1864 wird die Wäsche um weitere Maschinen erweitert. Die Huntförderung wird auf Wagen umgestellt.
1865 wird die Erweiterungs-Konzession für Joseph V erteilt. Leider trifft man beim Abteufen des Maschinenschachtes / Kunstgesenkes bei 13 Lachter den Alten Mann. Das Gesenk soll noch auf 20 Lachter abgesenkt werden.
1869 gibt es Streitigkeiten. Der Bergmeister bemaengelt, dass die Schlammhalde nicht mit Rasen gesichert ist und der Schlamm in den Bach geschwemmt werden kann. 1869 wird ein neuer Klaerteich errichtet. Der Bau wird von Boenkhauser Grundbesitzern gestoert, die den Bau fuer Unrechtens halten. 1870 erfahren wir aus einem Bericht des Steigers die Grubenbelegschaft: 1 Steiger, 2 Zimmerleute, 1 Schmied, 12 Bergleute, 4 Lehrlinge, 3 Poch- und Wascharbeiter, 3 Walzarbeiter, 7 Aufbereiter.
1870 wird eine Dampfmaschine besorgt und aufgestellt die die Wasserhaltung unterstützen soll, da die vorhandene Kunst zu schwach ist und haeufig die tiefste Sohle absaeuft.
1872 wird die Wäsche weiter ausgebaut und hat jetzt ebenfalls eine Dampfmaschine und weitere Setzmaschinen und Separationstrommeln. In den Feldern Ottile und Düthenberg werden bei Aufschlussarbeiten ebenfalls nur alte Arbeiten gefunden. Nach unten sind die Gänge taub.
Da der Grubenbetrieb unrentabel wird, beantragt die Gewerkschaft 1873 den Betrieb der Gruben Churfuerst Ernst, Ottilie, Dueckenberg und Joseph 5 einzustellen. Pochwerk und Aufbereitung werden jedoch weiterbetrieben. 1876 wird der Betrieb in den Gruben wieder aufgenommen. Die Aussichten bessern sich jedoch nicht.
1880 muss der Tiefste Stollen auf Geheiss des Bergrates wieder hergerichtet werden, da das Mundloch einzustuerzen droht. Bei diesen Arbeiten koennte die heutige Roesche errichtet worden sein, der Wasserabfuss des Stollen ist kuenstlich ins Tal verlaengert, mit Bruchsteinen wie ein Kanal aufgemauert.

1878 Fristen Bis 1892 werden nur noch die Halden aufbereitet und kein weiterer Abbau betrieben. Die aufbereitenden Erze werden nach Ramsbeck verkauft.
1878,1888 finden Aufschlussarbeiten statt. 1889 wird das Kunstgesenk bis auf 27 m tief abgeteuft. Dort soll eine Sohle aufgefahren werden und ein Aufbruch Edle Gangmittel erschließen.
Wegen Dürre kommt auch die Aufbereitung zum Erliegen.
Heute finden sich im Klingelsiepen, die Roesche des Neuen Stollens, das Mundloch des Wildekatzer Stollens, der Einbruch des St.Sebastianstollen nebst Halde sowie die grossen Stauteiche die sich in Privatbesitz befinden. Der erste Grosse Teich laesst jedoch das Ausmass des Bvnkhauser Bleierzbergbaues erahnen, Am Erbenstein daselbst die tiefen Tagebrueche und Pingen der zugestuerzten Schaechte sowie umfangreichen leider zerwuehlten Halden. Leider hat der vergangene Mineralientourismus die schoenen Halden in arge Mitleidenschaft gezogen. Heute ist dort nichts mehr zu finden. Die Stollen sind mittlerweile alle verschlossen.
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Am Duitmer oder Duethenberg ist 1794 Bergbau aktenkundig: In der Recessgelderliste wird das Bleibergwerk am Dueckenberg obig benannt und es werden 8 Nebenmasse mit 1 Taler berechnet.

1853 wird das Bergwerk durch die Gewerkschaft Churfuerst Ernst aufgeschlossen. Zeitweilig sollen auf der Grube Duethenberg 20-25 Mann gearbeitet haben.
1855 wird es neu verliehen und es wurden Aufschlussarbeiten in den Stollen unternommen, die jedoch nur ergaben, dass die Alten bereits die edlen Erze in den Gängen abgebaut hatten und der Gang zur Teufe hin taub war.
Gegenüber dem Erbenstein auf der anderen Seite des Bönkhauser Bachtales lag ein weiteres Bergwerk. Über die früheren Betreiber ist wenig bekannt.
Die Gewerkschaft Kurfuerst Ernst lässt sich 1855 das Grubenfeld Ottilie verleihen und wältigt den Tiefen Blasiusstollen wieder auf. Der Stollen wird weiter nach Osten vorgetrieben. Ein Querschlag rüber zum Erbenstein wird aufgefahren. Im Grubenfeld Ottilie werden aber auch nur die alten Baue oder Taube Gänge angefahren.
1688 berichtet Caspar Engelhardt, “Das Bergwerk die Kromen als Bleierz liegt stille”.
Am Huettenberg ist Alter Bergbau bekannt. Spaeter wird der St.Everhardus Stollen aufgefahren. In der Recessgelderliste von 1794 werden Zwei Bergwerke genannt 1) die alte Wercke am Huettenberg bey Endorff - 2)am seifen Sierpke an Poeggelers Wiese am Huettenberg. Vorort finden wir einen eingefallenen Stollen mit einer schoenen Halde und einige Pingen.
Bis 1827 wird hier Abbau betrieben, dann kommt der Abbau durch den Konkurs des Gewerken Kropf zum Erliegen .
Bei Wildewiese wird am 15.05.1869 die Gesellschaftszeche auf Bleierz, Kupferz und Schwefelkies verliehen. Gewerken sind Steiger Clemens Schulte zu Endorf (Steiger der Grube Churfuerst Ernst), Peter Krengel zu Röhrenspring und Franz Lannör zu Wildewiese. Das Grubenfeld umfasst Teile der Gemeinden Wildewiese, Schönholthausen, Fretter, Hagen und Endorf mit 442244 Quadratlachtern. Aus Planauschnitten lässt sich aber schon schließen, dass konkret hier bei Wildewiese der Fundpunkt des Erzvorkommen lag.
Zum Grubenvorstand werden Wilhelm Konermann zu Julianenhütte, Heinrich Auvermann zu Sundern und Anton Happe zu Hagen gewählt. Grubensteiger ist natürlich Clemens Schulte.
Aus den ersten Grubenberichten sehen wir dann auch, dass er die Grube weiterhin neben seiner Tätigkeit in Bönkhausen quasi nebenher betreut. Im gleichen Jahr wird mit 2 Mann losgelegt. Es wird ein 16 Meter langer Stollen aufgefahren und ein Querschlag aufgefahren, in dem der Gang angetroffen wird. Der Gang wird dann weiterverfolgt um Mächtigkeit, Einfallen und Verhalten von 2 Kupferzgängen zu untersuchen. 1870 werden die Arbeiten vorläufig eingestellt.
1873 wird die Grube wieder angefangen. Diesmal wird mit 3 Bergleuten eine neuer Grundstollen, 60 Meter unterhalb des Fundpunktes nach westen vorgetrieben.
Auch 1874 ist der Vortrieb noch in Gang. Im März 1875 soll die Grube dann ausser Betrieb gesetzt werden. Repräsentant ist C. Tillmann.
Erst 1882 soll dann der Betrieb wieder aufgenommen werden.
Am Fundpunkt soll der Fundschacht 2 Lachter weiter abgeteuft werden. A. Hoppe ist mittlerweile neuer Repräsentant, weil sich C.Tillmann nach Amerika abgesetzt hat.
Bis 1900 ist Stillstand. Dann werden 2 Schächte abgeteuft. Der Stollen soll wieder aufgewältigt werden. Wenn das Geschehen ist, soll beraten werden, ob z.B. vom Fundpunkt ein Schacht 4-6 Meter abgeteuft wird um das Streichen und Einfallen des Ganges zu untersuchen. 1901 wird das Dynamitmagazin im Stollen polizeilich abgenommen. Es darf 40 kg Dynamit gelagert werden. Ansonsten spielt sich 1901 das Geschehen dann abseits des Grubenbetriebes ab. Um den Gewerken Auvermann und den Repräsentanten Hoppe gibt es Meinungsverschiedenheiten. Eine neue Gewerkenversammlung soll anberaumt werden und es ist unklar wer noch Gewerke der Grube ist und wer nicht. Nachdem endlich alle Berechtigten (teilweise Erben) der Gewerken beisammen sind, wird dann am 14.01.1902 die Versammlung abgehalten. Mittlerweile sind die Kuxe ziemlich verstreut. 14 Gewerke finden sich ein. Zum neuen Repräsentanten wird Fritz Linneborn gewählt, der auch die meisten Kuxe (16) der 128 Kuxe besitzt. Die weiteren Mehrheitseigentümer sind F.W. Schröder und Auvermann aus Sundern. Die Gewerkschaft berät sich über eine Beteiligung an den Gruben Margarethe bei Müschede und Erholung bei Endorf.
Im Juli 1903 wird gemeldet, das der 106 Meter lange Stollen 14 Meter weiter im Kupfererzhaltigen Gestein getrieben wurde und ein Querschlag 1 m aufgefahren wurde. Danach ist kein Betrieb mehr bekannt. 1990 wird das Berggrundbuch gelöscht.
Literaturhinweis:
Rudolf Friedrich, Wolfgang Kleffner, Hans Kleiner, Friedrich Rockelsberg:
Der Bönkhauser Bleibergbau
Christoph Bartels, Erzbergbau in Westfalen
Michael Senger, Der letzte Steiger von Bönkhausen in: Bergbau im Sauerland 1996
Maria Rörig, Geschichte einer Landgemeinde im Sauerland
Kupferbergbau
Direkt nach dem 30jdhrigen Krieg lies der Kurfürst den Justenberg wieder aufwaeltigen, weil es vorher die wichtigste Kupfergrube im Herzogtum Westfalen war und er das Kupfer fuer die Muenzherstellung benoetigte.
Aufgrund einer Quartalsabrechnung von 1665 wissen wir mehrueber den Betrieb im 17.JH:
Zu jener Zeit wurden in der Grube maximal 4 Leute beschdftigt. Den Lohn der Leute zahlt der Kurfuerst und die Leute werden in festen wvchentlichen Arbeitslohn bezahlt. Zu jener Zeit war ein Beamter anwesend und f|hrte |ber die Arbeiten Buch. Als “Geleucht” wurde “Inschlitt” (Talg) ausgegeben, es wurden also einfache Schalenleuchten benutzt. Es wird bereits mit Schießpulver hantiert. Allem Anschein nach wird ein neuer Tiefer Stollen vorgetrieben, denn auch 1668 berichtet Caspar Engelhardt:
“Das Kupferbergwerk bei der Freiheit Hagen der Justenberg genannt, kann nicht bearbeitet werden, bis ein tiefer Stollen hineingebaut wird.”
Eisenerzbergbau
Grube Heimecke am Stahlberg. (in Sundern-Hagen)
Der Stahlstein bzw. kalkhaltiger Eisenstein wird vom Gewerken Kropf zu Grevenstein abgebaut.
1826 lesen wir in einem Brief, das der kostspielige Stollen jetzt endlich einen 5 Lachter mdchtigen edlen Stahlsteingang angetroffen habe.
Mit dem Konkurs des Kropf kommt der Abbau zum Erliegen (1827) .
1905 lesen wir in einem Bericht |ber das Eisendistriktfeld Wildewiese: In uralten Zeiten habe bedeutender Bergbau in Schdchten und spdter durch Stollenbetrieb stattgefunden.
ca. 1845 habe man den Versuch gemacht, den Stollen wieder aufzuwaeltigen, sei jedoch nicht bis zur Lagerstdtte vorgedrungen. Gegenwdrtig sei der Stollen verbrochen. Das Lager sei in die Tiefe nicht untersucht worden.
“Verzeichnis… was in Zechentstein bey Hachen Wenkikhlo gewunen….Eysensteine bei Hachen Wenikhlo Anno 1612:
Die ganze Jahr ist an Isernstein gewonnen worden 168 Fuoder..” Um 1852 Verleihungen am Wenningloh: “Freiheit” “Gleichheit“, “Brüderschaft“.