alterbergbau.de

7. April 2007

Alter Bergbau bei Hungenroth

Abgelegt unter: Hunsrück — Oliver Glasmacher @ 10:06

Dieses Bergwerk liegt bei Hungenroth. Ich habe es in meiner Kindheit aber immer von Norath erwandert. Ein langer beschwerlicher schweißtreibender Gang. Dann haben wir (Mutter,Vater,Bruder und ich), Steine aufgekloppt.
Das Ergebnis waren Zinkblende, Bleiglanz und Pyritschnüre. Das glänzte schön, war aber keine Dauermotivation für mich. Ich bin lieber auf der Halde rumgeturnt und habe dabei altes Bergbau-Inventar gefunden.

Zur Geschichte. Von dem alten Bergbau zeugen alte Pingenzüge und 2 verbrochende Stollen im Gründelbachtal. Der obere ist trocken, da der tiefe Stollen das Bergwerk entwässert. Eventuell haben wir demnächst noch ein paar Daten zum alten Bergbau.

Als das Bergwerk wohl schon in Vergessenheit geriet, entdeckten mehrere Gesellschaften das Bergwerk. In den alten Aufzeichnungen steht das Anfang des 19.JH eine Gewerkschaft den alten Hungerother Stollen aufgewältigt und einen Schacht abgeteuft habe. Dabei wurden aber nur die Arbeiten der Alten wiedergefunden. Der Gang sei schon von den Alten bis an die Verwerfung abgebaut worden.

1847 nimmt die Gesellschaft Pieret & Cie diese Arbeit auf. Der Stollen wird wieder fahrbar gemacht und der vorhandene Schacht weiterabgeteuft. Da auch durch diese Gesellschaft alte Arbeiten gefunden werden, geht man zum Tiefbau unter der Stollensohle über. Anscheinend hatte Pieret jedoch auch keinen Erfolg.

1951 übernimmt die Stolberger ZInk AG das Bergwerk Camilla. Es werden nun etliche Suchstrecken aufgefahren um die westliche Fortsetzung des Werlauer Gangzuges zu finden. Der vorhandene Schacht mit 210 m Teufe wird genutzt um 4 Sohlen in 50 m Abständen aufzufahren.

Statistik:

1951
28 Mann

1952
31 Mann

1953
30 Mann

1954
36 Mann
erste Förderung 940 to

1955
37 Mann
5363 to

1956
24 Mann
1568 to

1957
39 Mann
4027 to

1958
(keine Einzelangabe)

1959
35 Mann
917 to

1960
29 Mann
7846 to

1961
9 Mann
7698 to

Im November 1961 eingestellt.

Eisensteinvorkommen bei Valbert

Abgelegt unter: sonstige — Oliver Glasmacher @ 09:38

(c) Oliver Glasmacher, Update: 2004-02-07

Bereits um 1487 ist “to Valbrecht vor dem dorpe” Eisenerz abgebaut worden .

Da streiten sich die Grafen von der Mark mit dem Drosten zu Balven vom Herzogtum Westfalen und sind nebst Zeugen erschienen um zu klären “ob der Yserenberg, dey to valbrecht vor dem dorpe nylinges opstaen is” ,also ob der Zehnte für den Eisenberg an die Grafen von der Mark oder das Herzogtum Westfalen zu zahlen ist. (Schmidt)

Es handelt sich dabei um das Bergwerk Morgenröte. Auch um 1542 gibt es eine Erwähnung, dann kommt das Bergwerk spätestens während des 30jährigen Krieg zum Erliegen

1663 versucht sich Vizekanzler von Diest an dem Bergwerk. Hat aber nichts gefunden. Weitere Versuche: Dr. Schardius mit Zehntfreizeit. Der Rentmeister von Hörde, Macharell versucht auch sein Glück. Wie schon die anderen ohne Erfolg. Casspar Gockel ist dann 1674-1684 mit dem Bergwerk belehnt. Es kommt jedoch zum Streit mit dem Rentmeister zu Altena wegen der Zehntabgabe. 1692 Bergmann JunckerDanach nur wilder Abbau durch Arbeiter, die das Erz in Neustadt verkaufen. (FROMMANN)

Es finden sich heute noch auf dem Bergrücken zwischen Hösinghausen und Krankenhaus schöne grosse Tiefe Pingen.

1755 wird vom Bau eines Stollens berichtet. Dieser ist bis dato 83 Lachter aufgefahren. . 1756 wird ein guter Eisensteingang entdeckt, daneben ein Kupfergang.

1757 befährt der Bergmeister Heintzmann die Grube. Aus dem “Generalbefahrungsprotokoll”: “das Bergwerk ist seit einiger Zeit nicht mehr in Betrieb, man erfuhr , dass man einen Stollen vorgetrieben und hier einen Schacht bis auf das Grundwasser 12 Lachter tief abgeteuft habe. Auf der Halde waren 160 Kübel Erz gelagert. Es wurde gebeten das Kupererz zu muten und verleihen zu lassen.”
Der angebliche Kupfergang entpuppte sich als ein heller Eisensteingang, sogeannter Stahlstein. Wesentlich tiefer im Bergwerk wurde dann wirklich Kupfer entdeckt.

1810 berichtet der Bürgermeister, dass eine Gewinnung von Mineralien nicht stattfände. “Der gute Eisenstein zu Hösinghausen bleibt wegen vormaliger Gemeindestreitigkeiten, wegen Geldmangel und wegen Bergordnungsverbot, den Stein nicht ausser Landes zu verkaufen, unbenutzt”.

1828 ist die Grube neu verliehen worden. Seit 1824 waren Aufwältigungsarbeiten im Zuge der Neumuthung vorgenommen worden, so dass schon von 1824-25 wieder 6000 Scheffel Eisenerz gefördert waren. Mit Errichtung der Valberter Hütte 1831 floliert der Absatz. Die Jahresförderung schwankt jedoch, so werden 1832 2600 Scheffel und 1833 4339 Scheffel gefördert.

Wegen Wasserschwierigkeiten ging der Betrieb dann zurück. Es ist überliefert, dass 2 Mann die Pumpen betreiben, 8-10 Liter je Hub, es handelt sich wohl um Handpumpen. Bei den Abteufarbeiten stieß mann auf alte versetzte Baue. Laut einer Überlieferung im Jahre 1837 ist vor ca. 20 Jahren also ca. 1817 bereits ein Schacht nebenan niedergebracht worden.
1841 wird das Bergwerk nochmals mit 21 Mann (im Vorjahr 3) betrieben aber schon im nächsten Jahr liegt der Betrieb still. 1857 werden wieder neue Versuche vorgenommen. Der Stollen wird neu ausgebaut und es finden kleinere Aufschlussarbeiten statt. 1862 wird die Grube stillgelegt.
Dann wechseln Grube und Hütte mehrmals den Besitzer (1840/1852/1896).

1467 liegt ein Muthschein vor. Da bittet Meister Laurens Telich den Herzog ihm zu gestatten, in der Gummershart, in der silveren Kuylen und im Blomenberg alles im Zuderland gelegen Bergen zu graben und aventuyr zu versuchen,Gold, Silber und andere Metalle daraus zu gewinnen. Er soll in den Bergen einen Stollen anlegen, das Wasser ableiten und erhält dafür 2 Jahre Abgabenfreiheit.

Etwas oberhalb Echternhagen, unterhalb des Silberkuhlenweges, nördöstlich bis Östlich von Echternhagen erstreckt sich ein Bergbaugebiet, das den Flurnamen “Silberkuhle” trägt.

Nach den Bergakten sollen sich hier auf einem grossen Pingenfeld ca. 25 Pingen befunden haben. Schacht neben Schacht. Die Forstwirtschaft hat wohl alle Gruben eingeebnet. Einige Tiefe Schachtpingen an einer Wegkreuzung zwischen Echterhagen und Ebberg sind die Überreste dieses alten Bergbaues. Dieses sind die Überbleibsel der Grube Lena. Sie wurde 1857 gemuthet auch hier ging eine gelöschte Muthung voraus.

Benachbart finden sich in einem Tal der sogenannte Silberstollen.

Hierbei handelt es sich um das Eisenerzbergwerk Sieg welches 1859 gemuthet und 1860 verliehen worden ist. Die Muthung nahm Bezug auf eine gelöschte Muthung von 1853. 1861 fiel die Grube ins freie, da kein Betrieb aufgenommen wurde.

Ein Bauunternehmer hat diesen Stollen wohl einmal aufgewältigt und befahren. In der Lokalliteratur findet sich ein Foto, er habe den Silberstollen bei Echternhagen wieder aufgewältigt.

Der Stollenzugang ist heute jedoch nur eine Andeutung, einzig die Halde ist auffallend und kurz oberhalb ist ein grosser Tagebruch. Nach der o.g. Aufwältigung ist wohl alles zusammengefallen.

Weitere Gruben:

Die Grube Friedrichsglueck nördlich Stoltenberg. 1876 an den Landwirt Steltenberg verliehen. In dem alten Stollen ging bis 1920 Bergbau um.

Grube Blomberg, s.o. Hier ist bereits im 15.JH Bergbau “im blomemberg” betrieben worden. Es war die Auflage erteilt einen Stollen anzulegen, um die Wasser abzuleiten.
1851 gemuthet, 1858 verliehen . Abbau bis 1866. Das ganze Gelände ist mit Pingen übersäht.

Grube Eisengang wurde 1859 verliehen.
1676 berichtet der Rentmeister von Altena angezeigt habe, dass die Gebr. Bossenii das Bergwerk bei Husinghausen in der Rohbach ohne Belehnung wieder angefangen haetten.

Als in Marsberg noch die Bergleute hämmerten. . .

Abgelegt unter: sonstige — Oliver Glasmacher @ 09:22

25.03.2007 / LOKALAUSGABE / BRILON
Marsberg. “Marsberg - ein Montanzentrum der vorindustriellen Zeit” - unter diesem Titel veranstalten der Westfälische Heimatbund und die Historische Kommission für Westfalen am Samstag, 28. April, im ehemaligen Kloster Bredelar das 5. Werkstattgespräch in der Reihe “Bergbau im Sauerland”. Nach der Eröffnung um 10 Uhr durch LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch stehen drei Vorträge auf dem Programm. Dr. Rudolf Bergmann (Münster) spricht zum Thema “Siedlungsgeschichte und Studien zur Montanarchäologie im mittleren Diemelraum”; Prof. Dr. Wilfried Reininghaus (Senden) beschreibt Marsberg als “Montanzentrum in der Frühen Neuzeit”; Dr. Horst Conrad (Münster) referiert über “Die Herren von Canstein als Bergbau-Unternehmer”. Nach dem Mittagessen werden Exkursionen angeboten: Es besteht die Möglichkeit, in den Kilianstollen einzufahren oder den historischen Tagebau mit Besichtigung von Obermarsberg zu erleben. Die wirtschaftliche Grundlage Marsbergs in der Vergangenheit war der Abbau von Kupfer- und Eisenerzen. Jüngere archäologische und landesgeschichtliche Forschungen förderten neue Ergebnisse über Marsbergs Montangeschichte zu Tage, die der Arbeitskreis “Bergbau im Sauerland” vorstellen wird. Ein idealer Tagungsort ist das ehemalige Zisterzienserkloster Bredelar, das durch seine Bergwerks- und Hüttenbetriebe die Diemelregion seit seiner Gründung im späten 12. Jahrhundert wirtschaftlich erschloss und nach der Säkularisation zur Theodorshütte umgebaut wurde. Anmeldung bis zum Freitag, 13. April, mit einer E-Mail an folgende Adresse: westfaelischerheimatbund@lwl.org.quelle: westfalenpost.de

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