alterbergbau.de

29. Mai 2007

Bald grünes Licht für Besucherbergwerk

Abgelegt unter: News-Archiv — Suedwestfale @ 10:30

Plettenberg. (jam) Die Signale für das geplante Besucherbergwerk in der Grube Neu-Glück stehen auf Grün. Nach einem ersten Gespräch beim Bergamt Recklinghausen “kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass von dort eine Genehmigung für eine Nutzung als Besucherbergwerk erteilt werden kann”, heißt es in der Vorlage der Verwaltung für den Schul- und Kulturausschuss, der sich in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch (17 Uhr, kleiner Saal des Rathauses) mit dem Thema befassen wird.

Die Grube Neu-Glück liegt am Fuße des Kohlbuschbergs mit Zugang vom Fußweg auf der Weide aus, unweit des Weidenhof-Kinos.

Das Vergnügen ist allerdings nicht zum Billigtarif zu bekommen. “Nach gegenwärtigem Stand” sei mit Kosten in Höhe von rund 45 000 Euro zu rechnen.

Davon entfallen 9000 Euro für die Stromversorgung, rund 8000 Euro für die Stahltreppen an den beiden Ein-/Ausgängen, 3000 Euro für den Fußboden sowie 20 000 Euro für die Erarbeitung und Beschaffung des Ausstellungsmaterials wie Drucke, Tafeln, evtl. kleine Vitrinen. Weitere 3000 Euro werden für eine zusätzliche Tafel des Stadtgeschichtspfads und Werbebroschüren sowie den Auftritt im Internet veranschlagt.

Wie die Verwaltung in ihrer Vorlage weiter erläutert, wird zurzeit der für die Genehmigung erforderliche “Hauptbetriebsplan” erarbeitet.

Höhlen- und Bergbauexperte Martin Zimmer ist im Augenblick dabei, das Feinkonzept für das Bergwerk zu erarbeiten.

Erinnern an harte Arbeit der Vorfahren “unter Tage”

Aspekte, die dabei Berücksichtigung finden können, sind die Zeit, als Bergleute dort unter schwersten Bedingungen Bleierzadern herausklopften; die Kriegszeit, als dort ein Luftschutzbunker eingerichtet war; und die Zeit des Tunnelbaus für die Westtangente, als der alte Grubenbau beim Herstellen des Rettungsstollens angeschnitten wurde.

Martin Zimmer hatte seinerzeit mit seinem Vorschlag, die heimische Bergbaugeschichte in Neu-Glück öffentlich zugänglich zu dokumentieren, bei Bürgermeister Klaus Müller offene Ohren gefunden.

Mehr als 900 Jahre lang wurde in über 120 heimischen Gruben Erz abgebaut. An diese harte Arbeit unserer Vorfahren, die Kupfer, Blei, Zink und Eisenerz abgebaut haben, erinnern nur noch wenige Gruben.

Den älteren Plettenbergern sind die beiden zugemauerten Eingänge des “Luftschutzbunkers” im Wohngebiet Auf der Weide noch in Erinnerung.

Die Gänge der Grube Neu-Glück waren in den 1940er Jahren zum Luftschutzkeller für die Mitarbeiter der Firma Voß & Schröder ausgebaut worden.

Als der Tunnel für die Westtangente gesprengt werden sollte, machte Martin Zimmer das Landesstraßenbauamt darauf aufmerksam, dass der Tunnel vermutlich auf die alten Stollen der Grube Neu-Glück treffen wird. Daraufhin wurde im Jahre 2002 der “Luftschutzstollen” erstmals seit den 1950er Jahren wieder geöffnet.
25.05.2007

(Quelle: Westfälische Rundschau, Dienstag, 29. Mai 2007 )

18. Mai 2007

Der Rhonarderzug

Abgelegt unter: Kreis Olpe — Suedwestfale @ 06:30

Der Rhonarderzug ist einer der größten und bedeutensten Gangzüge im Olper Raum. So bot er vielen Menschen Arbeit und brachte der Region einen gewissen Reichtum. Der Rhonardberg ansich gilt mit als einer der erzreichsten Berge Deutschlands.

Etwa 3km südöstlich der Stadt Olpe liegt der Rhonarderzug im Gebirge Rhonard. Er schließt etwa 1,5 km nordöstlich vom Altenbergerzug an und zieht sich fast bis Littfeld im Kreise Siegen.

Der Rhonardberg zählt zu den erzreichsten Bergen Deutschlands

Der tiefe Stollen der „Vereinigten Rhonard“ setzt in einem Seitental östlich der Stachelauer Hütte an und führt zum Hauptgane mit einer Länge von 1450m.

Von den Gängen dieser Grube sind unter anderem die folgenden Gänge zu erwähnen:

  • Stollentrum (Spateisen, Quarz, Kupferkies)
  • Katharinengang (dito)
  • Hauptgang (in 3 Trümmer, wenig untersucht)
  • Von der Beck Gang (Spateisen, gediegenes Kupfer)
  • Brenzlergang (dito)
  • Hauptschacht (dito)
  • Felicitasgang

Im Hangenden des Rhonarder Hauptganges wieder finden sich die Gänge der Gruben:

  • Eisenstock
  • Grünseifen

Weiter westlich:

  • Taunus
  • Neue Rhonard
  • Sanssouci I + II

Die östliche Fortsetzung des Benzlerganges sind dann die Gruben:

  • Liborius
  • Franz Drake
  • St. Georgius,

es folgen:

  • Belladonna
  • Georgszeche
  • Schnabelzeche
  • Preußen
  • Elpertshagener Nachbar

Am weitesten nach Osten bis unweit von Müsen reicht die Grube „Elpertshagener Vereinigung“.

Deren Gangnetz schließen sich nach Osten an die Gruben

  • Waterloo
  • Glückstern (nördlich zu Waterloo)
  • Glücksbrunnen
  • Moses
  • Kruberg I

Ferner noch schlossen in südwestlicher Richtung an das Grubenfeld der Grube „Elpertshagener Vereinigung“ die Felder der Gruben „Vogel am Falkenstein“, „Nördlicher Ackermann“, „Glück auf Ackermann“, „Brache“, „Neue Brache“, „Heinrichszeche“ und „Prowinkel“ an.

Der bedeutendste Teil dieses Gangzuges ist die Grube „Vereinigte Rhonard“.

Die Grube besteht aus 2 Teilen. Die alten Strecken und andere Bauten und ein neuer Schacht + Strecke. Die Hauptrichtung des Flötzes ist nach Osten und Westen mit zahlreichen Nebenarmen. Die Flötze bestehen hauptsächlich aus Spateisenstein mit Quartz, aber auch bedeutende Massen an Kupfer-Nickel.

Die alten Arbeiten wurden mittels eines in einiger Höhe über dem Tal eingetrieben Stolles getätigt. Die daraus hervorgegangenen Erfolge veranlassten den Bau eines 700 Faden (1330m) weiter gelegenen Stollens. Dieser zeigt sich von großem Vorteil. Er brachte reinen Spateisenstein mit Quartz und es konnten 5 – 10 Tonne Erz pro Tag aus den neuen Teilen des Flötzes gebaut werden. Dessen Preis betrug nicht weniger als 15.00 Pf. Pro Tonne.

Der Bergbau auf der Rhonard wird 1562 erstmalig urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit bauen hier die Gewerken, Graf Johann der Ältere von Nassau, Graf Hermann von Neuenahr und der Droste von Balve, Hermann von Hatzfeld Kupfererz ab. Die Grube war an M.Schößler verpachtet. 1564 werden 125 Zentner Kupfererz gefördert. 1565 heißt es “die Ausbrüche des Rhonarder Bergwerkes überträfen die letzen 4 Jahre. 1567 hatten sie 110 Zentner Kupfer aus den geförderten Erzen erschmolzen. 1568 laesst die Ausbeute nach und es soll eine Wäsche eingerichtet werden um auch die unreinen Erze von Quarz und Schiefer zu scheiden. M.Schößler dramatisiert die Situation und erreicht einen Abgabennachlaß. Die Gewerken mit dem 20.Teil Wegen des Wettermangels soll ein neuer Richtschacht abgeteuft werden.
Bis 1584 blüht der Kupferbergbau und kam nur Aufgrund des “Kölnischen Krieges” zum erliegen.

1596 förderte die Grube jedoch wieder. Das heißt es im Lagerbuch Herzogtum Westfalen:

Die zwey erste Quartal wie der Zechetner angibt, hats gegen 150 Reichstaler. Dis nachfolgend hat der berckmeister eingeben wie volgt:
Erstlichen an Garkupfer von dem berckwerken
die ander und dritte massen genannt, so der bergmeister Caspar Vischer uf den alten Romart alllein bauet, hat gemacht 66 Zentner 3 pfund …
Hendrich Khrafft so die alte fundgruben auf der Romart pauet, hat gemacht 19 Zentner 28 pfund …
Clement Reube auf dem zuvor genannten Romart hat gemacht 2 1/2 Zentner …
Bürgermeister Petter Khlünzig und Johan Kip haben zuvor genanntem Romart gemacht 15 Zentner 16 pfund….

1605 besucht Caspar von Fuerstenberg mit dem Kurfuersten und Erzbischof Ernst von Bayern das Bergwerk. Der Kurfuerst besucht das Bergwerk noch mal 1606 und er soll noch mehrmals vorbeigeschaut haben: “auch sonst finden wir den Kurfuersten noch mehrmals auf der Rhonard”.

Wie überall im Land, kam auch die Rhonard während des 30jährigen Krieges zum erliegen
1668 heißt es im Bericht des Bergmeister Caspar Engelhardt:
1. Das Kupferbergwerk der alten Rhonard … da sind drei Kupfer- und Eisenerzgänge und ist jeder Gang an etlichen Orten bisweilen Lachter mächtig. mit eingesprengten Strängen Erz, so nicht wohl schmelzen will. Was sonstens die anderen Gebäue, als Schächte, Strecken und Stollen , Nebenstrossen und Gesenke sein noch in gutem Esse, und bauet nunmehr Heinrich Engelhardt des Bergmeisters Sohn…. Weil aber die Kupfer eine Zeit her zu schlechtem Preis verkauft worden, und man dies Bergwerk mit schweren Kosten erhalten muß, also ist kein Überschuß, dan die Erze gehen unter sich und viel Bergs herausgefördert werden muß.
2. soviel die zweite und dritte Maaßen an der vordersten Fundgrube gelegen, belangen, bauen ich und die Wittib Stümmels. Weil aber der Stollen neben ettlichen Schächten, Kunsthaus, Radstube, Rad und Stangenkunst baufällig gewesen, haben wir solchen wieder in einen guten Wohlstand gebracht. So uns aber hundert Goldgulden gekostet.
Weil nun die Erze mehrenteils an die 14 Lachter unter dem Stollen müssen gebaut werden und sehr reich an Kupfer sich befinden, weshalb denn noch täglich eingesenkt werden muss da dann noch besser Erz zu erwarten, wozu denn noch ein neuer Stollen und Wasserkunst bauen nötig, so aber unter tausend Reichstaler nicht wird kosten können. Wenn man aber solches vollzogen, wird hoffentlich sich so mächtiges Erz ergeben, als von vielen Jahren her nicht gewonnen worden. Weil aber unser Verleger Meister Arndt, Kupferschmied zu Eslohe, auch durch das viel zu lange gedauerte Kriegswesen ganz ausgemergelt und vorigen Schlage noch kein Geld vorschießen kann, also können wegen Mangels übel fortkommen.
3, Das Kupferbergwerk daselbsten, die vierte und fünfte Maß genannt ist wegen Verlags- und Arbeitermangel in Stillstand geraten.
4. Das Kupferbergwerk der junge Rhonard, ist verfallen gewesen und hat Meister Arndt und Consorten selbiges wieder aufzubauen angefangen.
5. Das Kupferbergwerk, die nassen Brüder genannt ist auch wegen des Kriegswesens, wie auch wegen Mangel Verlags und der Arbeiter in Stillstand geraten.

1670 übernimmt die Familie des Reichfreiherren Jobst Edmund von Brabeck als Gewerk das Bergwerk auf der Rhonard und bleibt bis 1805 in deren Besitz.

1694/96 schreibt der Caspar Christian Voigt in seiner Beschreibung der Herzogtümer “Bei Olpe wird Kupfer gegraben

Anfang des 18.JH ging der Abbau dann zurück, es wurden Nachlesebergbau betrieben so z.B. 1719-1724 wo gemäß der Akten im Alten Mann gesucht wurde und man hatte Versuche unternommen in tiefere Bereiche mittels Wasserkünsten vorzudringen, was jedoch nicht gelang, die Wassermassen waren nicht zu schaffen. So lag das Bergwerk von 1724-1730 still

Später schließen sich alle Bergwerke (siehe Bericht Caspar Engelhardt) zur Ver.Rhonard zusammen. (Theorie: wegen der Anlage des tiefen Stollens)

Freiherr von Brabeck setzt 1730 einen Verwalter, den Cramer von Claubruch ein. Es wird ein tiefer Stollen aufgefahren. Außerdem wurden die Halden untersucht und einige Suchörter aufgefahren. Dabei wurden einige gute Trümmer gefunden die durch weitere Querschläge edel aufgeschlossen wurden.
Alsbald wie der tiefe Stollen den Gang erreicht hatte, wurde vom Niveau dieses tiefen Stollens eine Wasserkunst unter Tage angelegt, die das Wasser aus dem nun angelegten Gesenk in diesen Stollen hob.

1751 kommt das Bergwerk zum Erliegen da auch diese Wasserkunst nicht ausreicht bzw. der Bergbau zu tief vorgedrungen ist. Es kommt ein neuer Verwalter, J. Arnold Brölemann. Das Bergwerk kam bald zum Stillstand, die Wasserkunst war nicht mehr ausreichend. 1758-1765 wurden die Halden aufbereitet. Das vorher als minderwertig oder als taub eingestufte Material wurde intensiv auf seinen Erzgehalt überprüft.

1760-1765 wurde eine neue Wasserkunst errichtet, die damals 25.000 Reichstaler kostete: Die neue Wasserkunst kann das Wasser aus 60 Lachtern heben und wird mittels Wasserrädern angetrieben zu dessen Zweck im Tal 2 Kunstteiche angelegt werden. Das Antriebsrad war 48 Fuß hoch und wurde unterirdisch angelegt (klingt nach einer Radstube - sehr interessant). Hier ist eine Radstube zu sehen. Das Wasser wird über den oberen Stollen herangeführt fällt auf die Wasserräder und fließt durch den Tiefen Stollen wieder aus. Nun wird 1766 der Bergbau wieder aufgenommen. Auch der Kurfuerst ist in diesem Jahr wieder Zugast auf der Grube.

1768/69 betreibt der Verwalter Johann Philipp Engelhard, ab 1770 Bernhard Weber das Bergwerk.

Im Strossenbau wird im Schichtlohn gearbeitet. Alle anderen Arbeiten wie Abteufen, alle Örter und der Abbau des Nebengesteins sowie Förderungen und Huntlaufen (Schieben der Loren), Haspelziehen wurde im Akkord belegt.

“Von einer Schicht in welcher 13 Fuder, das Fuder zu 13 Ziehkörben, gefördert werden müssen, wird am Haspelziehen 8 Groschen oder 20 Kreuzer bezahlt, am Huntlaufen und Anschlagen 15 Kreuzer, beym Scheiden und Waschen der Erze geschied die Zahlung nach Kübel oder Maaß”.

Laut den Aufzeichnungen des Verwalters Brölemann konnten aus 100 Pfd Erz 2,5 Pfd Kupfer gewonnen werden. Weber hat die Ausbeute auf 3,5 Pfd Kupfer steigern können.

1786 wird untertage eine verquarzter drusiger Gang mit wenig Kupferkiesen und einer gewaltigen Wasserader angeschlagen was die Kunst kaum bewältigen kann und die Grube fast absäuft.

Aus dem Jahre 1787 haben wir einen Grund und Saigerriß des Bergwerkes, angefertigt von Franziskus Gipperich. Da sind 2 Antriebsräder zu sehen, das große und ein kleineres, die jeweils eine Stangenkunst antreiben die beide nebeneinander arbeiten. Das Wasser wird im Tal angestaut und über einen Wassergraben herangeführt fließt über das Rad und über den Erbstollen von 1730 wieder ab.

Um die Grube wieder “zu sümpfen” wird oberhalb der Stachelauer Hütte ein neuer Tiefer Stollen angelegt, der den Gang nach 1594 m erreicht. 1795 läßt sich das Bergwerk sümpfen und wird bis zur Sohle des neuen tiefen Stollens automatisch, 6 Lachter unter der alten Erbstollensohle entwässert. Da jedoch unter der Sohle des neuen Tiefen Stollens gefördert wird, baut man eine 2. Kunst ein. Diese kostspielige Aktion bringt der Rhonard 6 Jahre Zehnfreitheit.

Das Bergwerk wird zu dieser Zeit durch den alten Tiefen Stollen, den neuen Tiefen Stollen sowie den Oberen Stollen und einen Förderschacht, den Kunstschacht sowie den Kettenschacht und den Nassebrüderschacht(?) aufgeschlossen. Untertage existieren eine Anzahl weiterer Blindschächte, wie z.B. Erster Fresser, Zweiter Fresser, Hölle und Hornsstadt sowie den Raschenschacht. Auf der untersten Sohle des Kunstschachtes wurden dann noch 2 Gesenke zu jeweils 25 m abgeteuft die die Namen Geschleppe und Quellentiefstes erhielten.

1805 stellt der Graf von Brabeck aufgrund der hohen Kosten und mittlerweile zu geringer Ausbeute den Bergbau ein. Er verpachtet das Bergwerk und die Hütte von 1805-1807 an seinen bisherigen “Faktor” J.Jakob Weber, der es anschließend 1809 vom Grafen kauft.
Weber baut Resterze im alten Mann ab und bereitet die Halden auf. 1816 wird berichtet, dass der Abbau der Schlackenhalden jetzt schon 10 Jahre andauert. Mit 12-18 Beschäftigten wird hier gearbeitet. Beim Aufbereiten der Halden ist weiter ein Reichtum an Spateisenstein gefunden worden (den die Alten auf Halde gekippt haben) dass eine zusätzlich Eisenhütte gebaut werden soll. Ursprünglich war vorgesehen, dass Weber in der Rhonard Aufschlußarbeiten durchführt, um den verdrückten Kupfergang wiederzufinden, dies hat er vergessen und so wird dies angemahnt, da er dafür 5 Jahre Abgabenfreiheit erhalten hatte. Die Aufschlussarbeiten bleiben jedoch erfolglos aber es werden erfolgreich die Halden des Bergwerkes und der Hütte aufbereitet.

1816 lesen wir von einer neuen Gewerkschaft die mittels eines Stollens aus dem Hüsinger Seifen den verworfenen Kupfererzgang der Rhonard aufzufinden sucht. (Scheele 1972) Ist dies die neue Gesellschaft „Neue Rhonard?“

1821 erwirbt die Nachbargewerkschaft “Neue Rhonard” die Grube. Da die Rezessgelder nicht bezahlt werden, fällt das Bergwerk ins Freie und wird 1828 gemäß Bergrecht dem Muther “Schichtmeister Wilhelm Weingarten” verliehen. Der baut weiter im alten Gang über der Stollensohle alte Bestände ab und geht erst 1850 zum Abbau unter der tiefsten Stollensohle über.
1853 verkauft Weingarten die „Vereinigte Rhonard“ (wohl weil der Erfolg nicht im Verhältnis zu den Kosten der Wasserhaltung stand) an eine englischen Gesellschaft. Die „Rhenish Mining Company“. Diese mußte aufgrund ihrer Verlagerung des Hauptsitzes nach Düsseldorf in „Rheinische Bergbaugesellschaft“ umbenannt werden und das Aktienkapital in deutsche Währung umgerechnet werden.

In den folgenden Jahren soll ein flotter Betrieb stattgefunden haben .

Da es nur zu wiederkehrenden, kurzen Betriebsperioden gekommen ist und hauptsächlich Aufschlußarbeiten durchgeführt wurden, die dabei anfallenden Erze aber nicht absetzbar waren, wurde die Grube 1887 an die Finnentroper Hütte verkauft.

1873 wird dem Eberhard Hambloch zu Krombach die Anlage eines Röstofens in den Rhonarder Halden gewährt wo dieser die dortigen Spateisensteine im “tauben Gestein” verhüttet und Eisen gewinnt.

1858 kam die Grube „Neue Rhonard“ zum verkauft. Der neue Besitzer ließ das dunkelrote Wasser, welches aus selbiger floss analysieren und es zeigt sich Zinnobergehalt. Der Wert der Grube stieg jetzt bedeutend an.

Zunächst wird auf dem Rhonardkopf eine Verleihung aus Eisenglanz erteilt. Um das Lager zu lösen, wird ein Stollen herangetrieben. Bei 320 m Länge erreicht der Stollen eine Gangkluft mit einem Streichen vom 120° und einem Einfallen nach SW mit 50-60°. Darin kommen Schwerspat und Eisenglanz vor. Es wurde mit der Förderung begonnen, die Ausbeute war jedoch enttäuschend. Im Jahre 1863 traf man im NW des Ganges im Hangenden einer Schwerspat- und Brauneisenerzführung auf eine Kluftausfüllung von 0,9m Letten mit Nestern und Schnüren von Zinnobererz. Der Zinnober trat teils erdig, teils als Anflug, am häufigsten aber kristallin auf. Als Gangart waren Schwerspat sowie Rot- und Brauneisenerz (letzterer als Glaskopf), Pyrolusit und sehr wenig Quarz vertreten. Das Zinnober-Mittel erreichte eine Länge von 15m bei einer Höhe über der Stollensohle von 31m und einer Teufe von 21m. Ein weiteres, unbedeutendes Zinnobervorkommen von 7m Länge setzte in 12,5m Entfernung im NW an. Die Quecksilberförderung erreichte in den Jahren 1864-65 ihren Höhepunkt. Die Stachelauer Hütte baut eigens dafür einen Ofen um Quecksilber zu gewinnen. Die Förderung stieg 1864 auf 159 t (10875 Mark) und betrug 1865 noch 269,7 t (6327 Mark) danach ging sie aber schnell zurück. 1878 wurde der Abbau eingestellt.

Nach einem anfänglichen Irrtum Mitte des 19ten Jahrhunderts, wo man das Quecksilbererz zum, Wegebau nutzte, hatte die Grube eine sehr bedeutende Quecksilberproduktion aufzuweisen. So handelte es sich um das bedeutenste Quecksilbervorkommen Deutschlands, neben den Vorkommen in Pfalz.

1890 wird der Betrieb der „Vereinigten Rhonard“ komplett eingestellt.

Ab 1912 wurde die Grube „Neue Rhonard“ wieder betrieben, um roten Farbstoff zu gewinnen. 1922 wurden 340 to gefördert.

Heute gehört die Grube der Stadt Olpe, die das Wasser in den Hochbehälter auf der Rhonard pumpt.

Die Grube Taunus:

Die Grube Taunus ist die östliche Fortsetzung von Neue Rhonard. Auf der auf Blei verliehenen Grube wurden Eisen-, Blei- und Kupfererze in einer ca. 5m mächtigen Gangzone abgebaut, die in ihrer Ausbildung der von Neue Rhonard ähnelten. An die Stelle von Zinnober tritt als Begleitmineral des Siderits hier Bleiglanz und Kupferkies. Die Erze setzen im Gang in Schnüren und Knollen auf. Der Betrieb wird 1890 eingestellt.

Versuchsstollen im Hüsinger Seifen:

Der Rhonarder Zuge oder vielmehr der abscheidenden Kluft im Westen hat eine besondere Gewerkschaft im Hüsinger Seifen mit einem Stollen auf vorliegende Schürfe angesessen. Sie ist bis jetzt (1816) in ca. 120° so nahe gekommen, daß ein Durchschlag zu gewärtigen ist. Ob die hier vorliegende Schürfe auf dem liegenden Gangstück der Rhonard stehen, ist nicht hinreichend ausgemacht.

Die Grube Rhonard stellte als letzte Grube des Gangzuges den Abbau ein.

Den „Untergang“ des Olper Bergbaus verursachten u.a. die starke Konkurrenz im Siegerland und die schlechten Verkehrsverbindungen.

Einige Bilder zur Rhonard und der Stachelauer Hütte:

Pferdegöpel

Göpelstein

Verwaltungsgebäude der Stachelauer Hütte

(Bilder aus dem Buch “Olper Land im Aufbruch”)

3. Mai 2007

Grube Luna bei Wulmeringhausen

Abgelegt unter: Olsberg — Oliver Glasmacher @ 22:10

Bei der Grube Luna handelt es sich um ein Bergwerk, in dem Hauptsächlich Schwefelkies und Zinkblende abgebaut wurde.

Die Lagerstätte bestand eben größtenteils aus dem Schwefelkies und in Schnüren Zinkblende. Wegen der Mächtigkeit von 1,5 bis zu 4 Metern war die Bauwürdigkeit gegeben. Allerdings war nach 70 m streichend durch eine Störung der Erzgang verworfen, und nicht wieder aufgefunden worden. So musste man schnell in die Tiefe gehen.

Der obere Stollen ist schon 1931 verbrochen, darüber alles abgebaut und so konzentriert sich der Abbau um die Jahrhundertwende in den Bereichen unter der tiefen Stollensohle. Diesen unteren Stollen konnten wir finden. Leider frisch zugemauert. Die armen Fledermäuse :(

Anzunehmen ist, das es sich bei dem erwähnten Schacht um einen Blindschacht handelt. Dieser wurde bis 30 m unter der Talsohle abgeteuft. Gefördert wurde über den Stollen an der Straße, die Mauer könnte eine ehemalige Verladung darstellen.

In der Besitzphase der Stadtberger Hütte wurde nur Schwefelkies gefördert. Ende der 1860er Jahre ging das Eigentum an einen Alleineigentümer über, der dieses Bergwerk 1881 an eine Gewerkschaft abgab. Durch Ankauf eines Streifens vom Feld Papenbusch der Grube Ver.Rieserzug wurde die Berechtsame noch vergrößert. Um 1894 betrug sie 635.000 m²

1920 wurde der Betrieb durch eine Frankfurter Handelsgesellschaft geführt.

Ich danke Herrn Haber und Herrn Herbst für Ihre hervorragende Vorarbeit.

1. Mai 2007

Größte historische Gruben-Inschrift der Region in „Rabor” entdeckt – Denkmalschutz wird beantragt

Abgelegt unter: Plettenberg — Oliver Glasmacher @ 22:01

Plettenberg. Da staunten die beiden Bergwerksforscher Karsten Binczyk und Dipl.-Geol. Andre Hellmann nicht schlecht , als sie in der alten Plettenberger Grube „Rabor” ein Stück von einer Zahl , eingemeißelt in einer Stollenwand fanden. Mit Wasser, Spachtel und Bürste legten sie die größte Inschrift frei, die bis heute in der regionalen Bergbaugeschichte gefunden wurde.
Inschriften und Zeichen unter Tage suchen und dokumentieren die beiden Herren schon seit langem. Auf Bergwerksanlagen
hier und in anderen Bergbauzentren wie z. B. im Harz oder im Freiberger Raum gab es Markscheider (Vermesser unter Tage), die die Lage übertägiger Erzfunde so umrechneten, das der Stollengang vom Bergmann unter Tage auf das Vorkommen ausrichtet wurde.
Waren die Hauer im Stollen fleißig, kamen mehr Meter in einer gewissen Zeit zusammen und sie verdienten gut.
Wurde das Gestein härter, gab es weniger Lohn. Im Stollen „Rabor” wurde wahrscheinlich imJahre 1743 die Stollenlänge
von einem Markscheider in der Wand verewigt. Der Markscheider setzte einen Quartalswinkel (schlug einen rechten Winkel ins gestein), der für die weitere Entlohnung des Bergmanns maßgebend war, denn von dort wurde die Leistung des Bergmans weiterberechnet bzw. weiter gemessen. Es gibt aber noch weitere Markscheider und Gedingezeichen in unseren Gruben. In Plettenberg haben Binczyk/Hellmann dieses Zeichen im Bergwerk Alter Mann, im Bergwerk „Beerenberger Zug” und im Bergwerk „Emanuel” nachgewiesen.
Mittlerweile hat Karsten Binczyk in Plettenberg um die 30 verschiedene Zeichen gefunden, und es werden immer
mehr. Nun kam auch noch im Grubenfeld des Bleierzbergwerks „Rabor”, wo Binczyk „Hausrecht” besitzt,
im oberen Stollen diese Inschrift zum Vorschein.
Eröffnet wurde das Bergwerk „Rabor” Mitte des 19. Jahrhunderts, doch der Ursprung der Anlage ist wesentlich
älter als vermutet. Der Erzgang wurde mit drei Stollen erschlossen, die alle nicht mehr zugänglich sind.
Die Inschrift zeigt das Jahr 1743, Ursprung ihres Entstehens. Unter der Jahreszahl sind noch zwei weitere Zeilen. Dort steht „Hier : In: Tei : Sind : ERTZ”. Der Ersteller dieser Schrift möchte wohl zum Ausdruck bringen, dass hier in dem Stollen Blei-ERZ gefunden wurde. Die alte Schreibweise von Erz ist mit „t” geschrieben. Die Silbe „Tei” ist wohl mit „Teil” zu übersetzen. Die dritte Zeile ist nicht so deutlich. Er schreibt „hier in die tei H ? einer/ „ es kann aber auch „hier in die ?ein/ einer / „ heißen. Legen wir nun die Jahreszahl 1743 zugrunde, und rechnen die durchschnittliche Vortriebsleistung eines Bergmanns, kommen wir bei 52 Wochen auf eine Jahresleistung von 41 Meter.

Es kann also durchaus sein, dass der Stollenbau etwa 1742 begann. Es kann aber auch sein, dass die Lettern viel später
erstellt worden sind. Das heißt, der Stollen ist noch viel älter, wurde zum Beispiel um 1700 begonnen und die Inschrift
wurde dann 1743 erstellt, nachdem man Erze weiter hinten im Stollen gefunden hat.
Die Stollenlänge beträgt bis „vor Ort” 108 Meter. Legt man den schlechtesten Vortrieb zugrunde von 0,40 Meter
pro Woche, erhält man den Wert von 20,80 Meter im Jahr. Wenn der Betrieb so ohne Pausen durchgelaufen wäre,
hätte man für den reinen Stollengang etwa 5 Jahre gebraucht. Mit Unterbrechungen um die Hälfte 10 Jahre. Da sich kaum Abbaue zeigen, handelt es sich hier um einen reinen Suchstollen. Ein angelegtes Gesenk und ein vielversprechendes „Überhauen in der Firste” des Stollen brachte auch kein richtigen Ertrag.Aufmerksam geworden auf diese Lagerstätte ist man wahrscheinlich durch den Hohlweg der das Grubenfeld kreuzt. Dort lag der Erzgang offen.

Nicht nur durch Zeichen ist der Stollen interessant, sondern auch durch eine besondere Nische. Es gibt Geleucht-
Nischen, die eher kleinere Ausmaße haben. Hierbei dürfte es sichumeine Gebets-Nische handeln. In der kleinen Nische in der Hinterwand könnte eine Figur der Hl. Barbara gestanden haben; seit dem 14. Jahrhundert Schutzpatronin der Bergleute.
Als der Stollen im letzten Jahr von Abenteurern geöffnet wurde, war er in gut 8-10 Wochen derart vermüllt, dass
den beiden die Haare hoch standen: Rotweinflaschen, Batterien, Brotpapiere, Plastikflaschen, Radios, Eieruhren,
Plastiktüten und vieles mehr fand sich. Alles wurde in Müllsäcken entsorgt, der Stollengang richtig und fest verfüllt. Karsten Binczyk wird einen Antrag auf Denkmalschutz stellen, damit diese unwiederbringbaren Spuren der Plettenberger Bergbaugeschichte erhalten bleiben, auch spätere Generationen unbelastet forschen können.
Quelle : Plettenberger Rundschau

läuft stressfrei mit WordPress ( WP.de )