alterbergbau.de

1. Januar 2008

Neuigkeiten Casparizeche

Abgelegt unter: Arnsberg — Oliver Glasmacher @ 19:40

Durch Zufall wurde von alterbergbau.de in Zusammenarbeit mit dem BGVR.org der freigespülte Stollen der Casparizeche aufgefunden. Wegen sehr starken Wasserausflusses und eines Verbruches(Blender) nach wenigen Metern ist der Stollen leider nicht befahrbar. Es hat sich jedoch der Ausbau erhalten, wie auf dem Belegfotos zu erkennen ist.

3. Dezember 2007

Der Glücksanfang auf Alexander

Abgelegt unter: Blüggelscheid — Oliver Glasmacher @ 21:12

Der Glücksanfang auf Alexander (c) Oliver Glasmacher 2007

Anfang

Älteste Quellen für den alten Bergbau für Ramsbeck von 1518,1536 und 1559 dürfen sicher auch für den Bergbau bei Blüggelscheid am Westhang des Bastenberges verwendet werden, um den ersten Bergbau zeitlich einzuordnen.

Ein unbekanntes Verzeichnis der Bergwerke, Hütten, Hämmer und Mühlen im kurkölnischen Sauerland 1817/19 (REININGHAUS) benennt die Grube Glücksanfang als Abgabenpflichtig wie den Bastenberg mit 2 Gulden.

Grubenfelder

Glücksanfang ist das älterere Bergwerk.

“Alexander” war ein kleiner Stollen auf dem mit wenig Erfolg abgebaut wird (KOEHNE)

1815 werden alle Gruben zur “Ramsbecker Gewerkschaft” vereinigt

1851 wurde der Rheinisch-Westfaelischen Bergwerksverein gegründet und erwarb die Ramsbecker Gewerkschaft und weitere Grubenfelder. Bereits 1854 gingen alle Felder an die Stolberg AG. Unter Ihr wurden alle Ramsbecker Gruben mit der Grube Alexander und Glücksanfang zum “Vereinigten Bastenberg und Dörnberg” vereinigt.

Lagerstätte

Der Ernstgang, später Alexandergang benannt ist ein nordwestlich - südöstlich streichender Gang der durch viele kleine Verwerfungen und Klüfte gestört ist. Auf den oberen Gangbereichen war das Haupterzmittel Bleiglanz mit einem den Durchschnitt überschreitenden hohen Silbergehalt.

Der Alexandergang unterscheidet sich von den anderen Gängen im benachbarten Ramsbeck.

Hauptsächliche Gangart ist mächtiger Pyrit, teilweise mit Quarz verunreinigt. Darin sind Bleiglanz und Zinkblende eingesprengt. Auch Kupfer ist häufig und auf Grube Alexander bauwürdig und am besten im Ramsbecker Distrikt vertreten. Als seltene Zugabe gibt es auf dem Alexandergang Arsen-Nickelkies.

Die Schwierigkeit der Lagerstätte sind die vielfachen Querstörungen, welche die Gaenge völlig verquarzen, die Gaenge stark verwerfen und das sich die Blei- und Zinkerze nicht an die Grenzen des Quarz-Pyrit-Ganges halten sondern hier und da ins Nebengestein wandern und der Gang dann taub ist.

An den Kreuzungszonen des Ganges mit den Querklueften und Verwerfungen verquarzt der Gang so stark, dass der Abbau uninteressant wird. Auch hierdurch kommt es schon vor, dass das Erzmittel die Kontaktzone der Gesteinschichten (Grauwacke / Tonschiefer) verlaesst und ins Nebengestein wandert und dann schwer wiederzufinden ist.

So hat man im 19. Jahrhundert den Gang weiter im Tiefbau verfolgt. Dabei wurde einerseits die Kontaktzone verfolgt, wo sich nur noch Pyrit und Quarz zeigten, jedoch ohne die gewünschten Blei und Zinkerze. Trotzdem wurde der Maschinenschacht bis 60 m abgeteuft und der Gang unter dem Gustavstollen aufgeschlossen und untersucht. Ohne Erfolg. Erst spät fand man heraus, dass die begehrten Erze in das hangende Nebengestein verschwunden waren.

Stollen

Zu den älteren Stollen gehört der Glücksanfangstollen. Die meisten Strecken sind Mitte bis Ende des 19. Jahrhundert als Richtstrecken im Gang aufgefahren worden.

Tagesstrecke I
Tagesstrecke II
Tagesstrecke III
Christinenstollen
Gluecksanfaenger Stollen
Ferdinandstollen
Juliusstollen
Caesarstollen

Mit dem Ottilae-Stollen wurde ein Nebentrumm des Alexanderganges verfolgt.

Laengster ist der Caesarstollen mit 900 m streichend auf dem Alexandergang nach Osten aufgefahren.

Gegenueber am Westhang des Tales befinden sich

Oberer Stollen
Mittlerer Stollen
Theodor Stollen

Hier befinden sich nur ein paar Erzlinsen denen nachgegangen wurde bis diese erschöpft waren.
Tiefster Stollen ist auf Talniveau der Gustavstollen. Er wurde 1851 angesetzt und ist 450 m Lang.

Bis zum Alexandergang geht er schnurgerade aus. Dann folgt er auf seinem Niveau dem Alexandergang in mehreren Stollenoertern.

1853 wurden an seinem Mundloch 9 Wohnhaeuser gebaut die in 35 Wohnungen die Belegschaft der Arbeiter unterbrachten. Die sogenannte “Kolonie Alexander”. Ausserdem wurde eine Setzwaesche fuer die Erze errichtet. Die Arbeiter wurden aus den umliegenden Provinzen angeworben (KOEHNE)

Tiefbau

1866 wurde der Maschinenschacht saiger abgeteuft und erreichte bei 45 m den Gustavstollen.

Als Ansatzpunkt wurde ein Punkt oben im Wald gewaehlt, damit genug Platz fuer die Aufhaldung der Berge war, da es vorher schon Probleme mit Wiesenbesitzern gab. Die Aufbereitung musste deswegen 1840 stillgelegt werden.

Am Schacht wurde eine Zwillings-Trommel- Dampffoerdermaschine aufgestellt.

Unter dem Niveau des Gustavstollen wurde eine Tiefbaustohle (60 m-Sohle) angesetzt und ein Querschlag nach Sueden hergestellt. Die Untersuchung des Ganges war hier unzufriedenstellend. Man hatte erwartet, dass statt dem Bleierz die Zinkblende stark zunimmt. Durch die Alexanderscholle ist der Gang durch Wellen weiter gestört. Außerdem haben sich die Blei und Zinkerze aus der Gangzone in das Nebengestein verändert, so dass die Aufschlußarbeiten erfolglos blieben.

Diese schlechten Aufschluesse und die starken Wasserzufluesse, die nicht voellig zu heben waren, fuehrten zum Entschluss die Pumpen stillzusetzen und den Tiefbau 1894 absaufen zu lassen.

Alexander im 4-Jahresplan

1935 wurde das Bergwerk wieder aufgenommen. Dazu wurde der Gustavstollen aufgewaeltigt. Das Bergwerk erhielt eine moderne Foerderanlage.

Von Ramsbeck aus wurde der Nagelmackerstollen bis unter den Maschinenschacht als Stollenort verlängert. Mittels eines Bohrloches wurde der Tiefbau sodann entwässert. Hier hatten sich 8 Mio Liter Wasser angesammelt. Dann wurde der Schacht bis auf das Niveau des Nagelmackerstollens auf 116 m abgeteuft.

Die in dieser Periode aufgefahrenen Strecken wurden 4 m breit aufgefahren.

Bereits 1937 hatte man festgestellt, dass keine bauwuerdigen Erze mehr zu finden waren und damit wurde Alexander aufgegeben.

Das Foerdergeruest wurde nach dem 2.WK demontiert und der Schacht abgedeckt. Die letzten Arbeiterhaeuser wurden in den 50iger Jahren abgerissen.

Heute erinnern nur noch die mächtigen Halden, das Mundloch des Gustavstollen und viele verfallene Mundlöcher und Halden an die Grube Alexander…

Wir danken Sigurd Lettau für die Hilfe bei der Erstellung dieses Beitrages.

2. September 2007

Besucherbergwerk im alten Stollen ?

Abgelegt unter: Sundern, News-Archiv — Oliver Glasmacher @ 22:45
Besucherbergwerk im alten Stollen ?
30.08.2007 / LOKALAUSGABE / SUNDERN
Endorf. (stef) Waldesruh in Boenkhausen. Seit fast sieben Wochen ist der Stollen, den der Heimatverein Endorf in ehrenamtlicher Arbeit freigelegt hat und seit 2004 betreut, geschlossen. Als zustaendige Bauordnungsbehoerde hat die Stadt Sundern den Zugang und den Eingang zum Stollen verplombt. Wie wird jetzt in dieser Sache weiter verfahren? “Der einzige Weg, den Stollen wieder zu oeffnen, ist, dass man daraus einen Besucherstollen macht”, erklaert Peter Hogrebe von der Bergverwaltung in Recklinghausen der Bezirksregierung Arnsberg. “Nur so kann das Ganze kann legalisiert werden.” Mitte Juli hatte ein anonymer Anrufer bei der Stadt angezeigt, dass Besucher durch den Stollen gefuehrt worden waeren. Was nicht haette sein duerfen. Dieser Sachverhalt wurde vermittelt, ob die Aussage richtig oder falsch war, stand ausser Frage. Schnelles Handeln schien Juergen Loerwald im zustaendigen Bauordnungsamt geboten, so dass er den Stollen versiegeln und verplomben liess. “Um den bestehenden Gefahrenzustand zu sichern, haben wir alles abgesperrt”, so Loerwald. “Es war eine Erstmassnahme, um Gefahren zu unterbinden.” Mit einem Zaun ist der Bereich zum Stollenmund nun weitraeumig abgesperrt. Auch den Weg bis zum Eingang mit dem schweren Eisengitter koenne man nicht freigeben, erklaert Loerwald. “Das kann man aus dem Grunde nicht, da man dort Abgrabungen vorgenommen hat. Dazu braucht man eine Baugenehmigung. Und man weiss nicht, wie sich das Gestein drumherum verhaelt. Da ist moeglicherweise ein Bodengutachten erforderlich.” Gerade bei starkem Regen koennte es Ausschwemmungen geben. “Ich moechte da nicht stehen, wenn das Gestein herunterkommt.” Darueber hatte man offentsichtlich noch nicht nachgedacht, seitdem am Ostermontag 2004 die Eroeffnung des Bergbauwanderwegs vor dem Boenkhauser Stollen in offizieller Runde gefeiert wurde. Doch es bleibt dabei: “Eine rechtlich saubere Loesung zur Begehung dieses Stollens geht nur ueber das Umwidmen des Stollens in ein Besucherbergwerk”, so Peter Hogrebe, der sich in dieser Sache allerdings zurueckhaltend gibt. “Die Zustaendigkeit unseres Hauses ist nur gegeben, wenn Gefahr in Verzug ist. So lange das Ding verschlossen ist, sind wir aber nicht zustaendig.” Um die Erstellung des dazu erforderlichen Betriebsplans kuemmert sich nun der Heimatverein Endorf. Der Vorstand um Klaus Bruder, Rechtsanwalt Guido Loehrer und Bergbau-Freund Hans Kleiner treibt die Sache voran. So schnell wie m�glich m�chten sie den Zugang fuer Besucher wieder freimachen. “Auch wir wollen auf der sicheren Seite sein”, sagt der Heimatverein-Vorsitzende Klaus Bruder. Fuer die Genehmigung des Betriebsplans ist dann wieder die direkte Bergaufsicht in Recklinghausen zustaendig. Peter Hogrebe betont: “Das ist der einzig vernuenftige Weg fuer alle Beteiligten.”. quelle: Westfalenpost.de

4. August 2007

Stadt sperrt Stollen bei Bönkhausen

Abgelegt unter: Sundern, News-Archiv — Oliver Glasmacher @ 15:45

19.07.2007 / LOKALAUSGABE / ARNSBERG

Sundern. (ass) Aus Sicherheitsgründen hat die Stadt Sundern den Zugang zu einem Stollenmundloch sowie den Stollen selbst sperren lassen. Alle Zugänge sind nun amtlich verplombt. Hintergrund dieser bauordnungsrechtlichen Verfügung waren Führungen, die dort stattgefunden haben. Dies sei illegal und lebensgefährlich gewesen, so die Stadt Sundern. Bergbaufreunde sehen das anders und warten jetzt auf einen positiven Bescheid vom Bergamt Recklinghausen. quelle: Westfalenpost.de

29. Mai 2007

Bald grünes Licht für Besucherbergwerk

Abgelegt unter: News-Archiv — Suedwestfale @ 10:30

Plettenberg. (jam) Die Signale für das geplante Besucherbergwerk in der Grube Neu-Glück stehen auf Grün. Nach einem ersten Gespräch beim Bergamt Recklinghausen “kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass von dort eine Genehmigung für eine Nutzung als Besucherbergwerk erteilt werden kann”, heißt es in der Vorlage der Verwaltung für den Schul- und Kulturausschuss, der sich in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch (17 Uhr, kleiner Saal des Rathauses) mit dem Thema befassen wird.

Die Grube Neu-Glück liegt am Fuße des Kohlbuschbergs mit Zugang vom Fußweg auf der Weide aus, unweit des Weidenhof-Kinos.

Das Vergnügen ist allerdings nicht zum Billigtarif zu bekommen. “Nach gegenwärtigem Stand” sei mit Kosten in Höhe von rund 45 000 Euro zu rechnen.

Davon entfallen 9000 Euro für die Stromversorgung, rund 8000 Euro für die Stahltreppen an den beiden Ein-/Ausgängen, 3000 Euro für den Fußboden sowie 20 000 Euro für die Erarbeitung und Beschaffung des Ausstellungsmaterials wie Drucke, Tafeln, evtl. kleine Vitrinen. Weitere 3000 Euro werden für eine zusätzliche Tafel des Stadtgeschichtspfads und Werbebroschüren sowie den Auftritt im Internet veranschlagt.

Wie die Verwaltung in ihrer Vorlage weiter erläutert, wird zurzeit der für die Genehmigung erforderliche “Hauptbetriebsplan” erarbeitet.

Höhlen- und Bergbauexperte Martin Zimmer ist im Augenblick dabei, das Feinkonzept für das Bergwerk zu erarbeiten.

Erinnern an harte Arbeit der Vorfahren “unter Tage”

Aspekte, die dabei Berücksichtigung finden können, sind die Zeit, als Bergleute dort unter schwersten Bedingungen Bleierzadern herausklopften; die Kriegszeit, als dort ein Luftschutzbunker eingerichtet war; und die Zeit des Tunnelbaus für die Westtangente, als der alte Grubenbau beim Herstellen des Rettungsstollens angeschnitten wurde.

Martin Zimmer hatte seinerzeit mit seinem Vorschlag, die heimische Bergbaugeschichte in Neu-Glück öffentlich zugänglich zu dokumentieren, bei Bürgermeister Klaus Müller offene Ohren gefunden.

Mehr als 900 Jahre lang wurde in über 120 heimischen Gruben Erz abgebaut. An diese harte Arbeit unserer Vorfahren, die Kupfer, Blei, Zink und Eisenerz abgebaut haben, erinnern nur noch wenige Gruben.

Den älteren Plettenbergern sind die beiden zugemauerten Eingänge des “Luftschutzbunkers” im Wohngebiet Auf der Weide noch in Erinnerung.

Die Gänge der Grube Neu-Glück waren in den 1940er Jahren zum Luftschutzkeller für die Mitarbeiter der Firma Voß & Schröder ausgebaut worden.

Als der Tunnel für die Westtangente gesprengt werden sollte, machte Martin Zimmer das Landesstraßenbauamt darauf aufmerksam, dass der Tunnel vermutlich auf die alten Stollen der Grube Neu-Glück treffen wird. Daraufhin wurde im Jahre 2002 der “Luftschutzstollen” erstmals seit den 1950er Jahren wieder geöffnet.
25.05.2007

(Quelle: Westfälische Rundschau, Dienstag, 29. Mai 2007 )

« Vorherige SeiteNächste Seite »

läuft stressfrei mit WordPress ( WP.de )